Innovational Correctness

#006: Die 25-Stunden-Arbeitswoche, bei gleichem Gehalt & Urlaub mit Lasse Rheingans

Episode Summary

Lasse Rheingans, Geschäftsführer der Bielefelder Digitalagentur Rheingans Digital Enabler, hat im November 2017 testweise die 25-Stunden-Arbeitswoche bei sich im Unternehmen eingeführt - und das bei gleichem Gehalts- und Urlaubsanspruch. Warum er das gemacht hat und was danach passiert ist, erfahrt ihr in dieser spannenden Episode!

Episode Notes

Lasse Rheingans, Geschäftsführer der Bielefelder Digitalagentur Rheingans Digital Enabler, hat im November 2017 testweise die 25-Stunden-Arbeitswoche bei sich im Unternehmen eingeführt - und das bei gleichem Gehalts- und Urlaubsanspruch. Warum er das gemacht hat und was danach passiert ist, erfahrt ihr in dieser spannenden Episode!

In dieser Episode werden wir deshalb folgende Fragen mit Lasse klären:

 

Show Notes, Transcription, & Resources Mentioned: gammabeyond.com/en/podcast/006

Podcast Website: www.innovationalcorrectness.com

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Episode Transcription

Hinweis: Dieses Transkript der Episode wurde maschinell erstellt und wurde nicht auf Korrektheit geprüft. Es dient dem Erleichterung bei der Suche. Bitte entschuldigt eventuelle Fehler.

 

Host (David C. Luna) 00:00:00 Jetzt gibt sicherlich auch Menschen, die behaupten Ja, bei euch hat die 25 Stunden-Woche nur funktioniert, weil eure Mitarbeiter vorher schlecht gearbeitet haben. Gabs da auch schon in dieser Richtung Feedback?

Guest (Lasse Rheingans) 00:00:11 Ja, als ich die eingeführt habe. Kurz davor habe ich noch mit Arbeitsrechtler gesprochen und die Juristen haben auch gefragt, ob das eine perfide Methode ist, die Leute loszuwerden, weil die ja offensichtlich vorher die Arbeit verweigert haben. Das fand ich wirklich interessant, vor allem in solche Richtung zu denken. Ja, das tut mir auch leid. Hab ich auch, da hab ich ja, ich hab mein Mitleid durchaus geäußert, dass man wirklich so schlecht von Menschen denkt.

Host (David C. Luna) 00:01:09 So, das ist eine neue Episode von International Ragnars, diesmal wieder in Deutsch. Von daher können die exklusiven deutschen Zuhörer wieder einmal aufatmen. Mein heutiger Gast ist Lasse rein ganz von Rheinlands Djinn Äppler Lasser ist Geschäftsführer der gleichnamigen Bielefelder Digital Agentur auslasse, aber so spannend macht. Und warum ich in einen Podcast eingeladen habe, ist, dass er im November 2017 testweise 5 Stunden Arbeitstag bzw. 24 Stunden Arbeitswoche bei sich im Unternehmen eingeführt hat und das bei gleichem Gehalts und Urlaubsanspruch. Die Ergebnisse seiner Testphase überzeugten ihn dann so sehr, dass er dann dauerhaft bei dem Modell geblieben ist. Und neben dem weltweit unglaublichen Medienrummel der übrigens bis heute noch andauert, hat er dann 2018 noch den zweiten Platz beim Chefsache Award und 2019 der NÜ Xing Word Award gewonnen und das erste Mal sich von so einem Arbeitsmodell gehört habe, war. Vor zirka fünf Jahren hatte der CEO Stefan Marstall eine amerikanische Software aus Kalifornien, die 25 Stunden Woche bei sich eingeführt hatte, von 40 prozent Produktivitätssteigerung berichtet. Was das lasse, aber meiner Meinung nach besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass er nicht nur sehr reflektiert an das Thema und die Umstellung gegangen ist, fast schon mit einer Prise Demut, sondern auch, dass er mutig genug war, trotz aller Kritik diesen Versuch gemeinsam mit seinen Mitarbeitern zu wagen. Dabei ist er sich stets bewusst, dass er weder alle Antworten parat hat noch irgendein Patentrezept für andere bieten kann. Aber dennoch steht er jedem mit Rat und Tat zur Seite, die sich ihm anschließen wollen. So was erwartet euch diese Episode? Wir werden unter anderem folgende Fragen mit Lasse beantworten Wie es überhaupt dazu kam, dass Lasse bei sich die 35-Stunden-Woche eingeführt hat, wie er das konkret gemacht hat, was nach der Umstellung passiert ist, was davon vielleicht nicht so reibungslos funktioniert hat, ob und wie die Umstellung seine Unternehmenskultur verändert hat. Was die Kritiker von seiner 25 Stunden-Woche halten, was er den Kritikern wiederum entgegnet, wo das Konzept einer stark verkürzten Arbeitszeit nicht funktioniert. Ob das Unternehmen von Laas überhaupt noch flexibel auf unvorhersehbare Ereignisse reagieren kann, wenn seine Mitarbeiter so durchgetaktet sind? Warum trotz dieser zahlreichen Studien versuchen und Belegen nicht mehr Unternehmen dieses Konzept aufgreifen, bei sich testen und einführen? Und was eher Firmenvertreter raten wurde, wenn sie ebenfalls eine verkürzte Arbeitswoche bei sich einführen wollen und vor allem wo und wie sie anfangen sollten. Bevor wir ins eigentlich Interview springen, hier nochmal der Hinweis, dass ich diesen Podcast deutlich interaktiver gestalten möchte. Konkret heißt das, dass ihr entweder einen Gast oder Thema vorschlagen könnt oder mir Feedback in Form einer Email oder noch besser als Voice Nachricht zukommen lassen könnt. So kann ich das Ganze dann in den Podcast rein schneiden und es profitieren alle Zuhörer davon. Das geht ja einfach auf verwaschener correctness Punkt kommen und klickt hat entweder auf kürzest Gast Topik oder Lead Voice Message oder wenn euch das lieber ist, könnt ihr mir einfach eine E-Mail an Info at Gamma Beyond Popkomm schreiben und bleibt auch bis zum Schluss am Ohr, da ich am Ende des Podcasts wie immer das ganze Interview nochmal reflektieren und versuchen werde, die Kühltheke etwas für euch zu extrahieren und natürlich meine Erfahrung mit einfließen lasse. Und keine Angst, auf diesen Podcast gibt es keine Sponsoren oder Werbung, weder heute noch in Zukunft. Versprochen. So, das reicht. Lasst uns jetzt direkt ins Interview springen. Ja Hallo Lasser, herzlich willkommen zum Podcast und danke dir nochmal, dass du dir die Zeit dafür nimmst. Ich weiß, du bist sehr beschäftigt. Erzähl den Zuhörern doch vielleicht etwas über dich, was ich in der Intro nicht erwähnt hatte oder vielleicht auch vergessen habe.

Guest (Lasse Rheingans) 00:04:34 Ich bin knapp unter 40 verheiratet, habe zwei Kinder, komme aus Bielefeld gebürtig, habe ein paar Jahre in Bayern gelebt und in England auch mal zwei Jahre in Australien auch gemacht. Bin an die Uni Bielefeld zurück, weil das die erste war, die einen Masterstudiengang in dem Studienfach Interdisziplinäre Medienwissenschaft angeboten hat. Und da habe ich 2006 meinen Master gemacht, was of Science mit Schwerpunkt, Text, Technologie und Informatik. Und das beschreibt auch ein bisschen, warum ich jetzt das mache, was ich tue. Nämlich ich habe mich frühzeitig damit beschäftigt. Wie kann man vielleicht Prozesse digitalisieren, Software bauen, die irgendetwas schneller oder effizienter löst, als es die Dinge gemacht haben, die es schon gibt. Und das ist irgendwie so Grundlage gewesen für die erste Agentur, die ich gegründet habe 2007. Ich bin da 10 Jahre später ausgestiegen, einfach weil. Also zum einen ich wollte, glaube ich nochmal was anderes versuchen, zum anderen, weil wir mehrere Gesellschafter waren und nicht immer einer Meinung auch hinsichtlich Arbeitsweisen und warum man Dinge macht und warum man Dinge vielleicht auch nicht macht. Und so bin ich jetzt hier gelandet. In meinem jetzigen Unternehmen Rheinlands Digital Enabler und wir sind 2017 hab ich nach der nach dem Einstieg ich hab das gekauft, das gab's. Es gab eine Agentur mit 10 Mitarbeitern damals. Ich hatte die Idee, im Sommer 2017, kurz vor dieser finalen Entscheidung, die Agentur zu kaufen, auszuprobieren, wie man denn mal vielleicht effizienter arbeiten kann und somit sich Freiräume erarbeitet, damit man täglich vielleicht mehr vom Tag und mehr vom Leben hat. Sicher mit dem Hintergrund eben meine Zweckehe.

Guest (Lasse Rheingans) 00:06:08 Zu Hause zu haben, meine Frau zu Hause zu haben, die aber auch arbeiten möchte.

Host (David C. Luna) 00:06:13 Logischerweise glaube ich mittlerweile. Und dann wuchs in mir die Idee kommen. Ich versuch doch mal mit dem Team. Was mich überhaupt nicht kennt. Mal eine Frage stellen Habt ihr Bock sowas auszuprobieren? Weil verlieren können wir ja nicht groß. Man kann es ja einfach immer wieder zurückdrehen. So, und das ist so vielleicht zum Intro. Das bin ich so ein Stück weit. Das ist auch ein bisschen die Ausgangslage. Wie kommt man denn auf so eine Idee? Sondern 5 Stunden Tag ins Leben zu rufen, weil das ist ja das, worum du hier sitzt und warum wir sprechen. Und warum. Ganz viele Zeitungen immer wieder mit mir sprechen wollen.

Host (David C. Luna) 00:06:45 Jetzt ist ja grundsätzlich die Idee einer verkürzten Arbeitszeit nicht ganz neu. Ich hab ja schon vor bereits 100 Jahren ein französischer Arzt namens Paul Lafarge glaub ich hoffe, ich spreche es richtig aus. Ich hatte leider kein Französisch und der hatte diesen Grundgedanken einer stark verkürzten Arbeitszeit in seinem Buch Die Notwendigkeit faul zu sein festgehalten. Aber wie kam es eigentlich zu deiner Idee oder zu eurer Idee, diese 25 Stunden bei euch einzuführen? Gab es irgendeinen prägnantes Ereignis wie in Burn out, das dazu geführt?

Guest (Lasse Rheingans) 00:07:14 Also ich glaube erst mal hat sich die Welt in den letzten 100 Jahren, seitdem das Buch veröffentlicht wurde, ein bisschen gedreht. Und was man heute explizit sehen kann, vor allem wenn man Kinder hat, die wie meine jetzt in Grundschule durch eine weiterführende Schule besuchen. Dass es diesen Zustand der Faulheit eigentlich gar nicht mehr gibt heutzutage, weil alle konstant beschallt und beschäftigt werden oder vernetzt sind und auf fünf bis 25 Apps kommunizieren und zwar ständig. Das heißt, diese Möglichkeit des Innehaltens nachzudenken oder einfach mal Gedanken schweifen zu lassen, das gibt's heutzutage so gut wie gar nicht. Bei mir selber gab's jetzt nicht unbedingt so eine, also so ein Burnout als als Ausgangslage, sondern einfach die Erkenntnis aufgrund von Sterbefälle in meinem Umfeld und einfach von Erlebnissen und einfach nur von Beobachtungen. Auch dass A. Leben begrenzt ist. Ich glaube, das ist jedem klar. Wir werden alle nicht lebend rauskommen hier. Und ich hab mir da auch die Sinnfrage einfach gestellt. Also wenn man so ein Unternehmen aufbaut, wächst, 50 Mitarbeiter hat und dann feststellt Okay, jetzt hat man 10 Jahre lang hier wirklich Gas gegeben, hat das jetzt positive Auswirkung auf einen Glücks Index gehabt? Bei mir persönlich weise nicht. Also hat alles Spaß. Nochmal alles schön, aber irgendwann denkt man so Okay, ich habe hier zwei Kinder, ich habe Frau. Ich habe eigentlich Hobbys gehabt, die habe ich schon lange nicht mehr. Für die habe ich lange schon keine Zeit mehr gehabt und irgendwann gemerkt Nee, das kann nicht alles sein. Leute sterben weg und ganz plötzlich wird es eben gerade. Als so reinkam, hatte ich ein Telefonat. Da kam ich von der Beerdigung und am Telefon. Und schlimmer Unfall und schwupp ist das Leben vorbei. Und ich hab mir jetzt ja okay, da muss der Weg. Ja, bis das passiert kann und den kann man ja vielleicht sinnvoller strukturieren. Eben genau das, was gerade in der Welt da draußen sich verändert hat dem anders begegnen, sondern viel einfach verschiedene Studien in die Hände, verschiedene Bücher in die Hände. Und ich hab festgestellt Okay, es gibt doch €000 Ansätze, wie man das anders priorisieren kann, was man tut und wie man das tut. Und ich hatte daraus eben die Idee Ja, kommen wir könnten. Man kann das ja einfach mal probieren, weil es wird nicht. Wir werden nicht dümmer durch einen Versuch. Versuch macht klug. Hat irgendwer schon mal gesagt, genau das war die Ausgangslage? Und dann hab ich mich da weiter mal reingelesen. Da gibt's ja dieses Buch Dieburg von Kerl Leopard z.B. fokussiertes Arbeiten wird alleine bei vielen Unternehmen da hab ich schon die ein oder andere Stelle überflüssig machen, weil alle haben immer total viel zu tun. Aber schaffen die auch total viel? Da bin ich mir nicht sicher. Genau. Und dann kam eins zum anderen und irgendwann hatte ich halt ganz klar Okay, wenn ich dieses Team übernehme, was ich im Oktober 2017 gemacht habe, dann werde ich einfach mal diese Frage stellen. Da werde ich mal diesen diesen Veränderungsprozess beginnen mit der klaren Definition oder Aussage hier. Ich gehe mal davon aus, dass wir hier uns ein blaues Auge holen.

Guest (Lasse Rheingans) 00:10:04 Auf jeden Fall. Aber wahrscheinlich kriegen wir auch ein paar gute Erkenntnisse und dann gucken wir mal weiter. Und so ging das eigentlich los.

Host (David C. Luna) 00:10:10 Und warum die 25 Stunden-Woche und nicht die 30-Stunden-Woche?

Guest (Lasse Rheingans) 00:10:13 Ja, das ist nicht das erste Mal, dass ich die Frage höre. Ich hab überlegt was. Wie sieht denn nun ein Arbeitstag aus? Und nach fünf Stunden erstmal Ah! Wir sind in Deutschland. Es gibt Gesetze. Du musst eine Pause machen nach fünf Stunden. Und was passiert in der Pause? Nach fünf Stunden? Du gehst Mittagessen und dann kommst du zurück und dann musst du dich erst einmal in die Hängematte legen. Oder auf Spiegel Online oder Zeit.de oder Facebook oder keine Ahnung, was alles. Das heißt eigentlich, wenn man sich überlegt, was passiert da in der Stunde nach dem Mittagessen kann man sich ja auch meistens schenken. Und lieber Hörer, liebe Hörerinnen. Ich glaube, da kann jeder. Jeder kann sich mit diesem Gedanken anfreunden. Die Stunde nach dem Mittagessen ist nicht immer die produktivste des Tages. Und da hab ich gesagt Okay, entweder hängt man dann noch eine Stunde, dann ist man bei sieben Stunden, da kann man auch gleich acht oder neun oder zehn machen wie immer. Oder wir machen einfach mal fünf und schneiden mal einfach alles weg, was danach passiert und gucken, wie weit wir kommen. Es hätte ja auch sein können, dass wir feststellen nach drei, vier, fünf, sechs, sieben Wochen oh Gott, wir schaffen ja gar nichts. Lustigerweise war aber das Gegenteil der Fall Wir haben festgestellt, man kann das meiste echt schaffen, wenn man diese ganzen kleinen Prozesse, die schief laufen, weglässt. Wenn man Kommunikation verbessert untereinander, wenn man Klarheit hat, mit wem man warum wie arbeitet und wenn man klar hat, was man genau arbeiten soll und was die Ziele sind. So, und das war eigentlich die Antwort. Warum fünf, sechs oder sieben Stunden? Genau deswegen.

Host (David C. Luna) 00:11:30 Und wenn jetzt ein Mitarbeiter die Arbeit, die anberaumt ist, einfach nicht schaffen, was passiert, dann ist die Zahl und die Stundenzahl fix?

Guest (Lasse Rheingans) 00:11:37 Also bei uns zählt natürlich das Ergebnis, was ein Kunde kauft. Also wenn wir, wenn wir jetzt nicht mehr wettbewerbsfähig sowohl in Budget oder Zeit Perspektive wären, dann wird uns das ja umbringen am Ende. Das heißt, wir haben mit dem Team immer wieder drüber gesprochen. Was heißt eigentlich genau fünf Stunden Tag für uns? Und am Ende ist das natürlich ein Ideal. Also wenn hier alles so läuft wie geplant, dann hat man fünf Stunden Arbeitstage. Wenn es mal sechs werden, dann sind es auch mal sechs. Und es ist für alle völlig fein. Und das heißt, wenn ein Kunde uns jetzt mal anrufen sagt Liebe Freunde, wir haben echt Stress, wir haben Riesenprobleme und nur ihr könnt uns helfen, dann sind das von mir aus und auch von den Kollegen hier aus auch mal zehn. Das ist aber ungefähr so gut wie nie der Fall. Wenn das mal so wäre, wäre das aber für alle okay. Weil wir machen unseren Job, weil wir den lieben, weil wir auch gerne unsere Kunden enable. Das ist ja auch unser Firmenname. Und weil wir nachhaltig erfolgreich machen wollen mit den Dingen, die wir tun und mit den Kompetenzen, die wir haben. Das heißt der Idealzustand. Und ich freue mich wirklich jedes Mal, wenn das passiert, dann ist hier um 13 Uhr Schluss. Und alles ist gut. Wenn das mal nicht so ist, dann ist eigentlich genau das Gleiche wie Was passiert beim 8-Stunden-Tag? Und wenn man sich jetzt mal Agentur im Geschäft anguckt ja, da ist auch mal zehn Stunden normal, auch mal zwölf. Da kann man dann aber auch langsam die Frage stellen Okay, ist das dann noch Qualität, was am Ende bei rauskommt? Ich glaube nämlich nicht. Und ich will auch gar nicht abstreiten, dass man mal Tage haben kann, wo man zwölf Stunden wirklich hervorragende Arbeit macht. Aber wenn das der Regel zum Start ist, dann kann mir das keiner erzählen, dass das nachhaltig gut ist.

Host (David C. Luna) 00:12:58 Ich hab bei Sipgate mal gehört, wenn ein Mitarbeiter Überstunden erwirtschaftet, dann wird spätestens irgendwann zum Gespräch gebeten. Passiert das bei euch dann auch?

Guest (Lasse Rheingans) 00:13:07 Also ich habe, bevor ich den Kollegen im Oktober 2010 gesagt habe oder gefragt habe, ob die Lust oder die 6% haben, hab ich den klargemacht. Bei mir wird es keine Überstunden geben, weil ich genau wissen will warum sind Überstunden. Finde ich, weil ich halt nicht daran glaube das. Also ich habe einfach zu oft gesehen, es werden Überstunden gemacht, weil man weiß ich will hier mal im nächsten Monat den Dienstag abfeiern. Und das finde ich total knackt. Aber das gibt's halt wirklich. Und Sipgate hat ja zum Beispiel auch ne Stechuhr und die haben das genau aus dem Grund, um zu erkennen, wann werden Überstunden geleistet. Und dann kann ich total nachvollziehen, dass man das Gespräch sucht. Ich glaube, das kommt bei uns ja so gut wie nie vor. Also das ist immer eigentlich dann ja, da stecken wir da gemeinsam mit im Boot und dann wird das halt irgendwann mal nötig. Aber das ist echt immer die absolute Ausnahme. Wenn das jetzt so wäre, dass der eine andere Kollege immer lange bleibt, dann würde ich natürlich mit ihm sprechen. Aber nicht nur mit ihm, sondern auch mit einem Projektmanagement und mit den anderen Kollegen. Und das auch wirklich offen auf den Tisch legen und gucken Was können wir hier tun? Was können, was können wir als Kollegen tun, damit wir helfen? Oder Was musst du tun, damit du vielleicht mit bestimmten Herangehensweisen anders umgehst oder mit bestimmten Ideen? Also manche Projekte dauern ja immer so lange, wie viel Zeit da ist. Und manche brauchen vielleicht Hilfe beim Strukturieren von Aufgaben.

Host (David C. Luna) 00:14:19 Jetzt gibt's ja die 40-Stunden-Woche gefühlt schon seit 100 Jahren. Und statistisch gesehen arbeiten die Angestellten in Deutschland sogar ein und vierzig komma fünf Stunden die Woche. Lagen wir die ganze Zeit damit falsch?

Guest (Lasse Rheingans) 00:14:29 Ich glaube also, ich glaube, da hat auch ganz viel der Wind auf den Fluren mitzutun. Dass man damit nämlich in Deutschland vor allem so sozialisiert ist, dass der, der am frühesten kommt und am spätesten geht, der am derjenige ist, der am meisten Einsatz zeigt und der unbedingt der beste Mitarbeiter ist, ist natürlich totaler Quatsch. Und andere Studien zeigen das halt an, so Acht-Stunden-Tag genau zweieinhalb Stunden Arbeit erwirtschaftet werden und das muss man sich einfach mal auf der Zunge zergehen lassen. Und ich glaube ein und vierzig komma fünf Stunden, ja, da ist der ganze Mist, den man im Büro macht, der aber nichts mit Arbeit zu tun hat, auch dabei. Da fliegt man eben die vertrockneten Blätter, da gießt man die Blümchen, da quatsch man bei einem Kaffee oder bei einem Frühstück mit den Kollegen über Fußball. Und da bucht man auch mal gerade sein Urlaub, bringt das Auto in die Werkstatt, holt also die ganzen Themen. Das meine ich jetzt auch gar nicht böse, weil was machst du sonst machen? Das Amt hat z.B. zu wenn ich morgens zur Arbeit fahre und auch wenn ich wieder nach Hause fahre. Das heißt, es muss irgendwie geregelt werden und auch private Themen eine Zahl Arzttermine, Kinderei, Arzttermine, Autowerkstatt, Termine bleibt ja nichts anderes übrig.

Host (David C. Luna) 00:15:35 Das, was du gerade erwähnt hat, das erinnert mich ganz stark an einer der Parkinson Gesetze, wo es heißt aber dehnt sich genau in dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Aber wenn man es jetzt konkreter macht, gibt es bei euch spezielle Rahmenbedingungen nach dem Motto der die Mitarbeiter müssen um 8 Uhr anfangen und ein bisschen spätestens um 13 Uhr das Büro verlassen.

Guest (Lasse Rheingans) 00:15:57 Also wir haben anfangs ganz strikt gesagt Hier ist um 8 Uhr geht's los, 8 Uhr morgens und es geht um drei bis 13 Uhr. Und dann hören wir auf. Das haben wir vier Monate lang als in diesem experimentiert. Von November 17 bis Ende März Februar. Irgendwo da haben wir genau strikt Regeln gehabt, was das angeht, um auch uns selber nicht in die Tasche zu lügen. Wir wollten ganz klar haben Was hab ich heute nicht geschafft, wenn ich um 13 Uhr den Stift fallen lasse. Mittlerweile flexibilisiert sich das ein bisschen aus dem Grund. Zum einen, dass Kollegen länger pendeln müssen. Morgens, wenn die anstatt um viertel vor 9 um 8 Uhr sind, wir dann in der Berufsverkehr einfach eine Katastrophe ist. Und das kann ich als komplett pragmatisch veranlagter Mensch einfach nicht ertragen. Und einfach, weil sich das manchmal nicht mit der Realität deckt. Von wann kommen meine Kinder in die Schule, wann kommen die in die Kita oder et cetera pp. Es sind so Sachen, da macht es einfach das. Das baut Stress auf bei allen Kollegen und deswegen haben wir so ein bisschen Flexibilisierung drin. Da kommt meistens trotzdem jeder irgendwie um halb neun geht's los und um neun haben wir ja Stand-Up, wo einfach klargemacht wird Okay, was hat er gerade für Aufgaben und wie geht er damit um? Wo braucht er Hilfe, braucht Unterstützung, wo kann Kollege ihm irgendwas erzählen, was er noch wissen muss? Und dann verabschieden sich die meisten hier in so einem Tunnel, in so einen Arbeits Tunnel. Da geht bis halb eins, halb eins. Gibt's nochmal die Möglichkeit, mit Kollegen einfach mal wirklich über konkrete Anfragen und Probleme zu sprechen? Und dazwischen ist ja weitestgehend tatsächlich Ruhe. Also wir haben so ein paar Regeln gemeinsam definiert, wie z.B. dass man Termine nicht für den aktuellen Tag, sondern für den Folgetag einstellen kann. Total banal, aber weil jeder morgens angehalten ist, eben seinen Tag zu strukturieren, zu planen und zu gucken, was er heute als Tagesziel erreichen muss. Wenn dann der Kollege kommt Ach du weißt, ich hab irgendwas irgendwas vergessen, dann zerstört das die Planung. Wir haben uns darüber ausgetauscht, dass wir zweimal am Tag die E-Mails checken. Also es sei denn, hier ist jemand für Öffentlichkeitsarbeit, der dann den ganzen Tag E-Mails checkt und schreibt. Ist ja ganz klar. Also im Grundsatz, wenn man Entwickler ist oder wenn man Designer ist oder Projektleiter, dann muss das halt nicht ständig auf der Arbeit reisen, weil genau an dieser Stelle dieses ständige Ablenkung erhalten durch auch Handy, Benachrichtigung et cetera. Das führt dazu, dass wir einfach alle wesentlich länger arbeiten müssen, als wir eigentlich wollen. Das da sind ja diese Konstellationen Ablenkung. Da gibt's auch Studien, die sagen, wenn ich einmal abgelenkt bin aus der ersten Aufgabe, brauche ich bis zu eine Viertelstunde, um da wieder reinzukommen. Das heißt, man könnte eigentlich mal, wenn man jetzt überlegt, das Handy macht Ping, weil Facebook irgendwas möchte oder Instagram oder Snapchat oder. Keine Ahnung, welche ganzen Apps jeder hat. Ja, dann hat man eine Idee schon verschenkt. Und das passiert. Fünfmal hat man schon mal eine Stunde und 15 Minuten verloren.

Host (David C. Luna) 00:18:33 Mich persönlich nerven die ganzen Notifications. Ich schalte also wirklich alles ab. Alle Badges et cetera. Und wenn ich einen Artikel schreibe, dann mache ich auch mein E-Mail klein zu, dass mich auch nichts nervt. Also schon seit Anbeginn der Smartphones habe ich das so gehandhabt. Es scheint sich also ein Stück weit mit eurer Erfahrung zu decken. Jetzt hat ja Microsoft vor kurzem in Japan die 4 Tage Woche testweise eingeführt. Die haben dann einen Monat lang ihre Mitarbeiter ihn schon am Donnerstag ins Wochenende geschickt und das war dann so erfolgreich, dass sie den Test wiederholt haben und laut Microsoft, die einen Bericht dann veröffentlicht haben, wann die Ergebnisse dann wie folgt Die Anzahl der Arbeitstage wurde um 25 prozent reduziert, die Produktivität der Mitarbeiter stieg dann um knapp 40 prozent. Die Zahl der Papier Drucke wurde dann um fast 60 prozent reduziert. Das hat mich dann sehr erstaunt. Der Stromverbrauch sank dann um 23 prozent. Das kann man sich noch erklären. Und 92 prozent der Mitarbeiter waren zufrieden mit dem Versuch. Was ist bei euch nach dem Versuch passiert? Seid ihr dann produktiver geworden? Habt ihr das in irgendeiner Form gemessen?

Guest (Lasse Rheingans) 00:19:37 Also wir müssten ja grundsätzlich ja, das ist alles ein sehr theoretisches Modell und theoretische Gespräche. Man müsste ja eigentlich sagen, ist irgendwas liegengeblieben nach der Einführung? Nein, es ist nichts liegengeblieben.

Guest (Lasse Rheingans) 00:19:49 Das bedeutet okay, wir sind fast 40 prozent produktiver geworden bzw. war vorher der 8-Stunden-Tag 100 prozent produktiv. Das ist halt so. Das ist alles eine sehr theoretische Grundlage, auf der man diskutiert. Ich glaube, man muss da andere KPIs sich ausdenken. Also wie sieht das mit der Mitarbeiterzufriedenheit aus? Ist die jetzt gestiegen? Und was heißt, was heißt das für mich als kreativ tätiges Dienstleistungsunternehmen? So können meine Kunden jetzt besser bedient werden, weil die Leute fröhlicher sind bei der Arbeit, die wahrscheinlich schon wer weiß es genau. Fakt ist Wir sind nicht unproduktiver als vorher, obwohl wir weniger Zeit haben. Die Kunden sind zufrieden und das ist auch erst einmal ein guter, gute Ausgangslage. Man kann natürlich auch sagen in so einem 5 Stunden Tag. Wir sparen plötzlich jeden Tag drei bis vier Stunden Strom. Also auch das ist irgendwie was. Das geht ja gerne mal wieder vergessen. Eigentlich spart man eine ganze Menge so Kosten, die man gar nicht erst auf den ersten Blick vor Augen hat. Dann gucken wir gerade, wie es sich mit Krankheitstage verhält. So, die hab ich jetzt nicht parat, aber ich nur das Bauchgefühl sagt. Und manche Umfragen bestätigten das, dass die Kollegen mehr Zeit auf Achtsamkeit investieren. Was koche ich, wann koche ich und was für Zutaten benutze ich also einfach? Oder wie komme ich in Entspannung? Kollegen haben angefangen, wieder Hoppes. Herauszuholen oder Sport zu machen. Also grundsätzlich besser mit dem Leben zu beschäftigen. Und das führt dann gerne mal dazu, wenn man jetzt mal überlegt, das Woher rühren Krankheiten und manchmal, wenn es einem immer, wenn wir immer gestresst ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Immunsystem vielleicht ein bisschen angegriffen ist, höher, als wenn man einfach relativ gut entspannt durchs Leben geht. Und es sind ganz viele Faktoren. Ich glaube, wir neigen dazu, leichte Antworten zu suchen, nämlich die Frage Wie ist der Umsatz? Wie ist die Krankheit? Wie ist der Stand? Aber die gibt's vielleicht gar nicht, weil das viel komplexer ist und nicht so eindimensional betrachtet werden kann. Im Grundsatz, unterm Strich für mich als Unternehmer und Geschäftsführer. Wir sind hier ein gesundes Unternehmen mit den gleichen Schwierigkeiten und erfreulichen Entwicklungen, wie alle Unternehmen gerade durchmachen. Vielleicht. Meine Mitarbeiter sind sehr zufrieden und die haben die Möglichkeit, sich persönlich weiterzuentwickeln, weil die einfach mehr Zeit haben als Kollegen, die in einer Agentur und 40 bis 50 oder 60 Stunden leisten. Und das ist für mich Grund genug zu sagen Es ist eine sehr gute Sache.

Host (David C. Luna) 00:22:11 Ja, also was ich immer so ein bisschen schade finde, ist diese Glorifizierung von KPIs. Und da bin ich ganz deiner Meinung ist, es lässt sich eben nicht alles messen. Das kann ich mal so entscheiden. Wenn ich dann zu meiner Frau, zu meiner Freundin sage Ich liebe dich und sie will einen Beweis dafür. Um wieviel Prozent liebst du mich jetzt mehr als gestern? Dann wird es ja sehr schwierig. Das kann man dann nur erfahren und und das wird dir auch einleuchten. Es gibt ja diesen berühmten Satz Heut gibt's Mesut Gets Managed, aber das trifft auch nicht auf alles zu. Meinst du diese Achtsamkeit, die du angesprochen hat? Weil das finde ich einen ganzen Aspekt liegt daran, dass ich weniger Zeit zur Verfügung habe, die Arbeit zu erledigen, dass die Zeiteinheiten nicht mal die Stunde einfach wertvoller wird und ich damit ganz anders damit umgehe. Oder was meinst du, woran das eigentlich liegt?

Guest (Lasse Rheingans) 00:22:52 Das Thema Achtsamkeit im Büro ist, glaube ich einfach eine Tatsache zu prüfen. Jeden Morgen. Okay. Was ist jetzt wichtig und was ist dringend? Und was ist weder noch, dass man da erst einmal ganz anders in seinen Tag startet. Man muss kurz innehalten, um dann zu merken, wie man am besten zu den Zielen kommt, die man erreichen möchte. Dieses Innehalten und dieses strategische Plan, das ist jetzt wichtig und dringend. Das passiert ganz oft nicht, weil einfach keiner Zeit hat, sich kurz mal zu besinnen. Und das ganz lang. Rein in den Chaos, rein, rein da. Das Thema Achtsamkeit, was ich eben meinte, ist er für die Freizeit begründet. Weil ich glaube, jeder kennt das. Dieser Keller, der endlich aufgeräumt ist. Oder ich wollte doch schon seit 32 Jahren mein Auto saugen, sondern da sind so Sachen. Ja, das kann man ja mal machen, wenn man einfach mal Zeit geschenkt bekommt. Und das hat bei meinen Kollegen teilweise dazu geführt. Ich habe jetzt einige schon verloren in diesen nach dieser Einführung, weil die mir gesagt haben lasse ich hatte jetzt Zeit. Mir ist klar geworden, ich will nochmal was anderes machen. Ich will jetzt nochmal studieren. Ich will mal auf die Industrie Seite wechseln usw. und so weiter. Das war eine ganz traurige Geschichte. Aber ich freue mich darüber, weil ich da jemandem die Möglichkeit gegeben habe, sich selber zu entwickeln. Und derjenige freut sich von der festgetackert. Oooooh, ich hatte ja Zeit. Ich habe gemerkt, ich will noch etwas anderes machen. Und er hat jetzt mal einen ganz anderen Job in einer ganz anderen Branche vielleicht angefangen und entwickelt sich weiter und wird glücklicher und zufriedener.

Host (David C. Luna) 00:24:10 Das heißt, hier geht es nicht um die Ressource, sondern wirklich um den Mensch. Hab ich ja das nicht.

Guest (Lasse Rheingans) 00:24:14 Ich bin ziemlich verrückter Typ. Ja, das stimmt. Ist ziemlich ekelig. Genau. Und das Lustige ist aber, das ist ja genau jetzt auch darum in der heutigen Zeit enorm geht und das habt ihr nicht verstanden. Da gibt's noch viel zu viele Unternehmenslenker, Vorstände, Geschäftsführer, die sagen jeder ist ersetzbar. Alles ist irgendwie Ressource ABC und hat eine Nummer. Und wenn er nicht performt, dann fliegt da raus. Wenn man das weiterspinnt jetzt gibt's auch jetzt kommt man in die Neurowissenschaften. Was passiert denn, wenn Menschen nicht sicher sind? Und das ist ja genau das. Mitarbeiter sind ja nicht sicher, wenn die ersetzbar sind und das auch jeden Tag fühlen. Also wenn wenn die so behandelt werden, dann fühlen sie sich auch so und das erzeugt Unsicherheit und Unsicherheit herrscht. Da kann Kreativität und Innovation keinen Einzug halten. Weil jetzt wieder als Neurowissenschaftler ich sage das, dann ist man ja im Kampf von Flucht Modus, weil man unsicher ist. Und das heißt, du hast 40 prozent weniger Gehirnleistung, wenn es um kognitive, kreative Prozesse geht. Und das ist aber eine riesen Katastrophe. Das heißt, das hindert uns daran, diese 40 Prozent rauszubringen. Das ist auch der Zustand vom wenn man gestresst ist, warum manchmal so das Gedächtnis ein bisschen versagt. Wie heißt ich nochmal? Oder Wie heißt der Gegenüber nochmal? Oder Was hatte ich gedacht? Was hatte ich gerade vor? Und es ist genau das Problem, wenn man überarbeitet und zu hektisch oder hamsterrad mäßig oder in einer schlechten Kultur arbeitet. Und das wird total verkannt von vielen. Das ist aber gerade naja, das ist das Gebot der Stunde, dass man merkt, es geht natürlich um die Menschen, was wir brauchen jeden einzelnen Mitarbeiter mit all seinen Kompetenzen und Talenten, um unser Unternehmen weiterzubringen.

Host (David C. Luna) 00:25:37 Jetzt hast du natürlich ein paar sehr positive Beispiele genannt. Mit der Einführung der 25 Stunden-Woche wo hat es denn gezwickt? War das dann komplett reibungslos oder was lief dann schief?

Guest (Lasse Rheingans) 00:25:48 Also ich selber bin glaube ich sehr. Ich bin ein Mensch, der sehr hoch getaktet ist. Also ich stehe morgens sehr früh auf und bin sofort fit und habe sofort große Lust irgendwas zu bewegen. Ich hab anfangs verkannt, was das für ein Knochenjob ist, was es für ein Knochenjob ist, sich so zu fokussieren und zu konzentrieren und. Strukturieren. Jeden Tag, um das erfolgreich leisten zu können. Und da hat es geklappt. Da hat's erst mal gezwickt, weil ich da auch selber lernen musste.

Guest (Lasse Rheingans) 00:26:17 So wie ich die Welt sicher an dieser Stelle ist. Für viele nicht und ist auch gar nicht. Das ist ja nicht unbedingt nur ein Vorteil, schnell zu sein. Gleichzeitig bin ich deswegen auch vielleicht nicht so in die Tiefe organisiert wie andere, die langsamer sind, aber dafür ordentlicher. Aber so merkt man selber Okay, mein Profil ist ein bisschen anders als das von den Kollegen an manchen Stellen. Und da hab ich wieder mal festgestellt Ja, es ist. Es geht halt um den Einzelnen und um einen, um das Schaffen eines Umfeldes, wo jeder Einzelne in seinem Potenzial finden kann. Da hat es dann noch gezwickt, weil wir drei Stunden weggeschnitten haben vom Arbeitstag und in diesen drei Stunden ja auch viel soziale Interaktion stattfindet, die nichts mit dem Arbeitsergebnis zu tun hat, aber indirekt darauf einzahlt. Auch das Thema fühle ich mich jetzt hier wohl. Manche Dinge muss man in ausreichender Ruhe klären, im Kollegenkreis oder mit Vorgesetzten und so weiter, weil die sonst langanhaltend Unsicherheit aufbauen, sondern das sind so Themen, die wurden anfangs von mir komplett unterschätzt.

Guest (Lasse Rheingans) 00:27:10 Auch das soziale Miteinander, was in so einem 8 Stunden Tag oder 10 schon Tag leichter zu schaffen ist. Mal der Smalltalk über Fußball und keine Ahnung was. Ja, und das haben wir erst rausgefunden, nachdem wir mit einem externen Supervisor jedes Quartal einen Ganztags Workshop unter der Woche gemacht haben, wo einfach ein Raum geschaffen wurde, wo offen und ehrlich auf Augenhöhe das alles mal zutage gebracht wurde, wo nämlich unterm Strich ganz oft die Aussage kam wir haben hier um den 5 Stunden Tag zu schaffen, die notwendige Voraussetzung, dass wir mehr Team Events haben. Freiwillig von mir aus. Also sachte, sachte, sachte das Team. Aber wir brauchen das einfach, wo wir komplett ohne diese produktive Focus Phase, die wir vormittags erleben, einfach mal miteinander in Beziehung treten können.

Host (David C. Luna) 00:27:53 Gab es bei der Einführung etwas, das du so nicht erwartet hattest oder was war dein größtes Aha-Erlebnis?

Guest (Lasse Rheingans) 00:27:59 Ich glaube tatsächlich, dieses Thema. Was ich gesehen habe ist, dass manche Kollegen wie z.B. Software-Entwickler, dass die dann mit ihrer wie die mit ihrer freien Zeit umgehen. Also das ist jetzt nicht so, dass sie nach Hause gehen und dann legen sich vor den Fernseher und machen gar nichts mehr, sondern vielleicht ging der ein oder andere Mal nach Hause vor den Fernseher und hat nichts mehr gemacht, um dann ab 17 18 Uhr plötzlich Dinge zu lernen, die er schon immer mal lernen wollte. Das heißt eine intrinsische Motivation. Die Richtung Fortbildung ging. Das heißt, am Ende habe ich wieder profitiert, weil da guter Impuls zurück ins Team kam und gleichzeitig die Zufriedenheit des Einzelnen immens gestiegen ist, weil da plötzlich ja Zeit hatte, sich persönlich weiterzuentwickeln.

Guest (Lasse Rheingans) 00:28:39 Und das ist total freiwillig und völlig unerwartet gewesen. Aber das war echt interessant zu sehen. Und natürlich die Sache. Plötzlich kommen wieder Hobbys hoch oder Leute ernähren sich gesund, machen wieder Sport. Und all solche Dinge, wo man denkt, das ist sinnvoll genutzte Zeit. Und am Ende führt diese höhere Zufriedenheit auch im Team und im Unternehmen dazu, dass wir da alle was von haben. Wenn es dem Einzelnen gut geht, dann geht's dem Team auch gut. Er hat jetzt die Umstellung auch eure Kultur verändert. Und wenn ja, wie? Also die Kultur wird natürlich auch darf dadurch verändert, dass wir so einen immensen Pressereise hatten. Es kam ja jede Zeitung wie das Fernsehteam war jetzt zweimal da und das erst zum Negativen, weil das auch irgendwann allen auf die Nerven ging. Aber wenn jeden Tag Kameras rumlaufen, ganz klar. Aber zum anderen war das ja auch ein Teambuilding Maßnahme. Insofern, dass ich der neue Chef war und hier erst einmal ein riesen PR Krawall gestartet habe und das eine Geschichte wurde, die wir geschrieben haben. Also das ganze Team hat diese Geschichte mitgeschrieben und das hat natürlich Einfluss. Auf der anderen Seite gingen natürlich auch durch die fehlende Interaktion und das Soziale ging auch davon etwas verloren. Und das heißt, wir müssen gerade auch erst mal das ist kein Projekt etwas abgeschlossenes. Dieses 5 Stunden Tag Ding ist nicht cool für gut befunden, das machen wir genauso, sondern wir lernen immer weiter. Und wir haben auch jeden Montag auch nach dem Stand-Up ne kurze, einen kurzen Slot, wo wir Erkenntnisse der letzten Woche diskutieren. Also wir haben ja so Kommunikationssysteme, die wo so eine Art Chatraum für Potenziale gut ist und ein Chatraum ist für schlechte Dinge, die schlecht gelaufen sind. Da und da ist für gute Dinge da und das wird halt woanders eben auch schnell diskutiert, damit wir auch ganz schnell Entscheidungen treffen können. Was man da direkt von umsetzen muss, was geändert werden muss. Ich glaube, dieses Projekt wie gesagt ist nicht abgeschlossen und die Kultur entwickelt sich da weiter. Ich glaube, man braucht aber durchaus mehr Raum für soziale Interaktion oder man muss es auf jeden Fall auf freiwilliger Basis anbieten als Unternehmen. Und das ist dann aber eben mehr als ein 5 Stunden Tag. Der 5 Stunden Tag ist operatives Geschäft und Alltagsgeschäft. Danach gibt's dann noch Zeit, Möglichkeiten, so wie heute an diesem Donnerstag dieser Innovation. Vorstellen haben wir da, dass es von 14 bis 15 Uhr normalerweise, da muss keiner hinkommen. Aber immer wieder kommen da Themen, wo alle sagen Ja, da komme ich auch. Mein Schol. Also die Kultur ist. Ich glaube, wir sind hier ein zufriedener Haufen. Und es soll nicht so wie es in der Presse oft steht, dass hier geschwiegen wird. Und man kommt rein, setzt sich hin und macht irgendwie keine Gespräche und Handys verboten und alles. Nein, hier ist ein Unternehmen, was ich und was sich überlegt hat. Wie könnte denn eine Arbeit besser aussehen?

Host (David C. Luna) 00:30:53 Also den Eindruck hatte ich jetzt z.B. nicht. Also das kann ich jetzt nicht bestätigen. Jetzt gibt's eine Gesellschaft, gilt ja die Anzahl der Arbeitsstunden oft als Statussymbol nach dem Motto Arbeitet 60 Stunden die Woche. Ach wie süß. Ich hatte auch mal so einen Halbtagsjob. Gab es bei euch eine Rückmeldung oder wo du gemerkt hast? Die einzelnen Mitarbeiter wollen ganz bewusst länger arbeiten, kommen damit irgendwie nicht zurecht.

Guest (Lasse Rheingans) 00:31:12 Man muss ja, ich finde. Das meinte ich eben mit dem Wind auf dem Flur, dass ja alle diese dummen Sprüche, die sind einfach so beknackt. Wir kommen aus einer Welt von früher. Das ist einfach mal früher so gewesen, das als Arbeitszeit vielleicht noch wirklich direkt auf Output eingezahlt hat. Ich versuche das zu vermeiden hier und ich versuche das auch vorzuleben, dass man hier einfach abhauen kann, wenn man fertig ist, damit man sich nicht wiederfindet und Spiegel-Online ist. Unsere Kunden haben das verstanden, wie wir das meinen und finden das auch ziemlich gut. Und ich kriege auch immer wieder auch ich kriege sehr gutes Feedback und die haben uns ja auch unterstützt und die haben das erst mal zugelassen, dass wir Tagessätze abrechnen, obwohl unser Tag kürzer ist. Es gibt aber draußen natürlich trotzdem draußen in der Welt. Und wenn ich in Social Media etwas poste, da gibt es einfach immer wieder so viele Kommentare, die nicht verstehen, dass es am Ende gar nicht um Stunden geht, sondern dass um wirklich die Optimierung von Arbeitsumfeld und Fixierung auf Ergebnisse liefern.

Guest (Lasse Rheingans) 00:32:04 Dass es darum geht und nicht um das, ist jetzt, genau fünf Stunden später. Ich lasse jetzt meinen Stefan geh nach Hause. Nein, nein, das ist ja alles. Passiert ja auch de facto nicht. Manchmal ist es halt ein paar Minuten länger oder auch mal eine Stunde länger. Wir wollen aber unsere Kompetenz einfach dem Kunden geben, damit wir die Ziele für den erreichen und vor allem auch sinnstiftende Arbeit leisten.

Host (David C. Luna) 00:32:20 Ja, auf jeden Fall genau. Von den Mitarbeitern, die die 25 Stunden vielleicht nicht gut fanden, kam da überhaupt Feedback zurück. Weil ich kann mir durchaus vorstellen, dass wenn ich jetzt natürlich nur 25 Stunden habe, nicht 40, dass das ganz schön anstrengend sein kann. Weil ich muss ja ganz anders arbeiten. Ich muss den gleichen Output idealerweise liefern, in einer kürzeren Zeit. Dass diese, dieser permanente Druck, den ich mir auch in gewisser Weise selber auflege, vielleicht nicht jedem gefällt. Gab es da Rückmeldung und wenn ja, wie bist du damit umgegangen?

Guest (Lasse Rheingans) 00:32:48 So direkte Rückmeldung habe ich so nicht bekommen. Also erst einmal haben wir auch immer wieder gefragt, ob wir das. Ob wir diesen Preis bezahlen wollen. Also bei jedem quartalsweise stattfindenden Workshop mit der Supervision hab ich die Frage gestellt, ob alle noch bereit sind, weil ich auch auf. Mir ist auch aufgefallen, wenn irgendwer keinen Bock mehr darauf hat, dann hat das Auswirkungen auf alle. Wenn einer sich nicht da der Sache so verpflichtet fühlt, dann schleicht sich da was ein. Und das ist das. Das wäre ja eigentlich das Todesurteil gewesen. So, jetzt gibt's welche, die haben gekündigt. Aber ich glaube, das lag nicht daran, dass da 5 Stunden Tag Druckfahnen. Also ich glaube eher, das war daran, dass die halt Zeit hatten, drüber nachzudenken, wo sie hinwollen. Ja, dass es dadurch offengelegt worden ist, ja, dass sie dann eben Zeit hatten, plötzlich nachmittags sich klar zu werden Okay, dieser Job ist halt nicht mehr das. Es kann sein, dass halt vielleicht durch den Stress oder so. Aber das glaube ich nicht. Ich glaube einfach nur, plötzlich hatte man mehr Zeit und konnte diese Zeit mit einfach nur Gedancken nutzen. Aber ja, dieser 5 Tag Vormittag ist natürlich super stressig, klar. Und das war ja auch ein Knochenjob und das muss man auch wirklich wollen und man muss auch mal gucken, ob das auch. Also ich glaube auch nicht, dass das Ei des Kolumbus ist. Ich glaube der 5. Tag ist ein Modell. Wenn man als Team herausfindet und sich darauf committed, dass es eine sinnvolle Sache ist, dann ist das gut. Es kann aber auch sein, dass plötzlich einfach gesagt wird Hier, wir machen jetzt alles frei, könnt arbeiten, wo und wann ihr wollt. Es muss nur gewährleistet sein, dass sie genau wissen, was ihr tut und euch persönlich in einem Reifegrad befindet, wo ihr selber merkt. Ich kann von morgens 11 bis 1 und nachts von 22 bis 0 Uhr am besten arbeiten. Und wenn man dann das schafft, was man schaffen muss, dann ist es auch hervorragend.

Guest (Lasse Rheingans) 00:34:15 Ich glaube, die Leute sehnen sich halt oft nach nach einem Template, nach einem Rezept. Jetzt will ich auch die 5 Stundenwoche ein, obwohl vielleicht die 6 Stundenwoche bei denen oder die 3 Stunden-Woche mehr Sinn machen würde. In gewisser Weise kann ich das schon nachvollziehen und das ist auch genau die Sache.

Guest (Lasse Rheingans) 00:34:27 Ich glaube am Ende sind wir wieder bei dem einzelnen Menschen. Man muss einfach den absoluten Fokus auf die Entwicklung des Personals der Kollegen setzen. Man muss helfen, wo man kann. Man muss die Talente identifizieren, gemeinsam darauf einzahlen und gucken, dass jeder einzelnen sein Potenzial rutscht. Und plötzlich können auch ein ein Stunden Tag vielleicht reichen, wenn man diese eine Stunde genau die wahnsinns Idee hat. Es ist ja auch so, dass manche sehr, sehr schnell zu irgendeinem hervorragen Ergebnis kommen und andere zwei Jahre auch nicht da sind.

Guest (Lasse Rheingans) 00:34:53 Ja, das führt letztendlich auch dazu, dass sie oder viele Unternehmen auch wirklich aus der Komfortzone rausgerissen werden, weil sie es eben nicht 1:1 weiterführen können. Und Sie müssen wirklich individuell auf die Kultur, auf den einzelnen Mitarbeiter eingehen, anstatt einfach nach einem Template, nach einem Schema, auf das einfach einzuführen und dann für alle und dann funktioniert das.

Guest (Lasse Rheingans) 00:35:11 Das ist auch die Frage, wurde mir auch oft gestellt, was das Geheimrezept Herrengasse Was ist das Geheimrezept? Und ich glaube, das Geheimrezept hat sicher eine ganze Menge mit Offenheit und Wertschätzung zu tun. Eine Wertschätzung des Einzelnen und des Einzelnen. Menschenstimmen, der im Team arbeitet.

Host (David C. Luna) 00:35:25 Ich glaube, das verkörpert du auch ganz gut. Und ich glaube, wir haben im Vorgespräch. Hab ich das auch? So fahren bis grundsätzlich ein sehr, sehr offener Mensch. Jemand, der weiß, dass das nicht die Lösung schlechthin ist und dass das vor allem ein Prozess ist, dass der nicht irgendwie ein Startpunkt hat und dann Endpunkt und dann ist die 25 Stunden-Woche durch, sondern die Welt verändert sich da draußen ja auch und ich muss mich auch permanent verändern. Ja, und diese, diese Offenheit einfach zu erkennen. Man ist fehlbar, man wird Fehler machen und einfach aus diesen Fehlern zu lernen und gemeinsam im Team dann eben Lösungen dafür zu finden.

Guest (Lasse Rheingans) 00:35:55 Ja und das Thema Fehler ist ja auch so negativ belegt in Deutschland und ich glaube, da haben wir ja auch noch eine ganze Menge Aufholbedarf anderen Ländern und Kulturen gegenüber. Wenn man hier einen Fehler macht, dann fährt man da. Traf bis an sein Lebensende gefüllt. Anstatt den Fehler zu nehmen und sagen war das ist ein super Learning. Guck mal, was da diesen Fehler mache ich nicht nochmal, weil ich gelernt habe, was man nicht machen sollte. Genauso wie kleine Kinder, die ein Herz fassen und sich verbrannt. Das passiert dann vielleicht nicht nochmal. Aber hier wird man halt hart bestraft. Das fängt ja im Schulsystem an und darauf wird man auch im Schulsystem getrimmt auf Ja und Nein sagen und die richtige Lösung haben. Aber nicht den Prozess zu erfahren, den Prozess, wie man dahin kommt, wie man gemeinsam irgendetwas erfährt.

Host (David C. Luna) 00:36:35 Ich glaube auch in Deutschland haben wir ein negatives Menschenbild. Andere Länder ansiehst, die werden ganz anders damit. Die gehen ganz anders mit Strafen um, die intensivieren die Bürger. Das finde ich so ein bisschen schade. Das setzt natürlich gerade so, wenn ich jetzt eine verkürzte Arbeitszeit einführe, ein ganz anderes Menschenbild voraus. Ein positives Menschenbild gehe grundsätzlich davon aus, dass da Mitarbeiter arbeiten möchte und dass es Sinn in dieser Arbeit finden möchte und dass ich ihn sehr wohl allein lassen kann, ohne ihnen irgendwie konkrete Vorgaben zu geben. Ich habe manchmal den Eindruck, dass es in Deutschland besonders schwer fällt, dieses positive Menschenbild auch einzunehmen. Total. Ja, das ist so von McGregor, die Theorie von Exodus, sondern genau dieses Modell. Ja, jetzt hast du ja so ein bisschen auch ein Thema angesprochen. Jetzt arbeitet ihr natürlich weniger und der Tagessatz für Kunden ist gleich geblieben. Und grundsätzlich denken ja Unternehmen, je mehr Stunden ich bekomme für die Leistung, desto mehr bekomme ich auch mehr ist mehr. Jetzt kann ich mir durchaus vorstellen, dass Einkaufswagen okay, welcher Aufwand steckt denn jetzt? Oder wie viele Stunden stecken denn jetzt in diesem Projekt drin? Also habt ihr da schon Feedback bekommen? Gab's da irgendwie bei der Umstellung, wo die Kunden erfahren haben Oh, die arbeiten jetzt nur 25 Stunden-Woche? Gab es da Feedback dazu?

Guest (Lasse Rheingans) 00:37:44 Es gab einen Kunden, der hat dann plötzlich gemeint, er müsste die Support Rechnungen in Höhe von x 000 Euro um 40 Prozent reduzieren. So einfach eigeninitiativ. Das ist eine Sache. Das müssen die Gerichte klären. Eigentlich. Das Ironische dabei war, dass wir das auch tatsächlich nach Stunden abrechnen. Das heißt, eine Stunde ist eine Stunde und Support Rechnung wird am Ende doch x Stunden schwer, weil das ist halt Support. Das ist jetzt nicht eine Lösung, sondern das ist wirklich Stunden basierte Arbeit, die wiederum für mich natürlich am fünften Tag blöd ist, weil dann gibt's weniger Support. Dennoch finde ich diese ganze Diskussion wirklich relativ beknackt auf Deutsch, weil wenn man jetzt mal guckt, was leisten wir, wenn wir jetzt mal so ein internationales Portal bauen. Vor zehn Jahren hätte das vielleicht ne Million kostet, das kostet 100000 Euro und ich würde den Spieß immer gerne umdrehen und fragen Lieber Kunde, wo willst du hin? Was ist das Ziel, was du verfolgen möchtest und wie viel Budget hast du dafür eingeplant? Und dann kann ich dir sagen Mit diesem Budget machen wir das, das und das so und so und so. Und das macht für dich am meisten Sinn, weil dann erreichst du deine Ziele am besten. Und das kann der Kunde einfach auch nicht, weil er nicht die Expertise mitbringt, die mein Team und ich und auch andere Agenturen da draußen mitbringen. Dieses Vertrauen wird aber oft den Beratern oder den Agenturen gar nicht entgegengebracht und das ist leider schade. Ich glaube, es wäre wirklich leichter und besser und würde zu einem besseren Ergebnis führen, wenn man einfach, offen und ehrlich auch ganz klar über diese Budgets spricht und dann der Agentur überlässt, wie sie dahin kommen. Das wäre also gar nicht darüber sprechen, wie wieviel Stunden dauert das eine oder das andere? Das kann nämlich sowieso keiner bewerten, vor allem seinen Einkauf nicht. Also diese Diskussion bieten Sie jetzt mal irgendwie die Umsetzung eines internationalen Portals mit 35 Länder Domains an. Ja, dann kriegt das ein Einkäufer, der da überhaupt keine Ahnung hat. Und da kann jeder irgendwas reinschreiben. Und am Ende steht irgendein Preis drunter. Dann wird das gedrückt um 5 prozent oder um drei oder um zwei ganz normales Vorgehen, weil das immer so war. Das war irgendwann mal so und das muss immer noch so sein, obwohl die ganzen Rahmenbedingungen sich total geändert haben.

Host (David C. Luna) 00:39:34 Ja, das ist auch der Grund, warum ich z.B. gar keine Berater Tage anbiete oder auf Mantas Basis ist, weil das dann im Zielkonflikt mit dem Kunden steht. Der Kunde möchte möglichst wenig Aufwand, also möglichst wenig Berater. Tage und der Berater möchten möglichst viele. Also das steht im Zielkonflikt. Also was vereint dann Kunde und Berater denn Mehrwert, den beide gemeinsam schaffen? Und deswegen verfolge ich da eine ganz andere Strategie. Das ist vielleicht auch für den Zuhörer spannend, wenn es um die nächste Gehaltsverhandlung oder eine Verhandlung jeglicher Art geht. Ich frage immer einen Einkäufer, wenn er mich dann trägt. Okay, wie viel Aufwand steckt denn in diesem Projekt drin? Das habe ich einfach. Warum willst du das wissen? Das kann doch dir letztendlich egal sein, ob ich jetzt dafür rund 100 Stunden brauche. Du zahlst sie einen Fixpreis oder ob ich dafür jetzt zwei Stunden dafür brauche. Du kriegst die gleiche Leistung. Oder willst du mich dafür belohnen, dass ich möglichst viel Aufwand also lange brauche und bestrafen? Wenn ich möglichst wenig Aufwand, also effizient bin und dir schneller liefere? Dann merkt man so ein bisschen, dass das Nachdenken und dann merkt derjenige auch. Ich hab jetzt reingeritten, Beziehung, so meine Argumentation, ist ein bisschen doof für mich. Frage ich den Einkäufer, wenn ich jetzt schneller liefere. Es ist hier ein Mehrwert. Würdest du mir dann mehr zahlen? Ja, natürlich. Also belohne mich doch dafür, dass ich in schnellerer Zeit effizienter bin und wenig Aufwand dafür produziere. Du kriegst eine fest definierte Leistung, die kriegst du so oder so. Punkt. Und genau dahin sollte eigentlich die Diskussion gehen. Eine ähnliche Diskussion haben wir ja auch bei den Arbeitszeiten. Wenn ich sage, ich will weniger arbeiten, will aber das gleiche Gehalt, muss ich effizienter. Und eigentlich müsste ich doch dafür belohnt werden. Die Chefs sagen dann immer wie du willst weniger arbeiten, aber das gleiche Geld. Dann müsste man den Chef ganz klar fragen Warum willst du mich denn bestrafen, dass ich länger brauche, als ineffizienter bin als umgekehrt? Und dann kann man den Chef ja mal antworten lassen und schauen, was er was er meint. Und diese Diskussion hab ich kein zweites Mal beim Einkäufer geführt, weil er bei mir weiß, ich diskutiere keinen Aufwand. Ich diskutiere Mehrwert, weil das Kunde und den Berater vereinigt. Und genau diese Richtung sollte auch die Arbeitszeiten diskutiert werden. Also weg von den eigentlichen Stunden, weg vom eigentlichen Aufwand. Sondern was ist das, was wir erreichen wollen? Belohnt die Berater die Mitarbeiter dafür, dass sie effizienter sind, dass sie weniger Zeit brauchen und nicht umgekehrt? Und genau in diese Richtung sollte die Diskussion eigentlich gehen.

Guest (Lasse Rheingans) 00:41:55 Ja, ja, es ist genauso. Lustigerweise ist das heutzutage so, also jetzt so langsam, nach zweieinhalb Jahren Presserummel kommen die ersten Menschen, die das lesen, über uns dahinter, was wir eigentlich da Schack geschafft haben, intern an Prozessen. Dann kommen die nämlich dahinter, dass wir wirklich alle Prozesse auf links gedreht haben und überall optimaler Effizienz rauskriegen bzw. dass die Idee dahinter ist. Dann hatten wir letztens einen Kunden, der uns beauftragt hat für einen Workshop mit denen. Der hat nämlich gesagt Ich habe von euch in der Zeitung gelesen und wenn ihr fünf Stunden Tage schafft und euren Output in diesen 5 Stunden schafft, für den es sonst acht gebraucht habt, dann müsst ihr echt eure ganzen Prozesse und Verantwortlichkeit und Aufgaben komplett klar und im Griff haben. Könnt ihr uns bitte helfen, das auch zu schaffen? Und dann kommt man da hin. Und ich mache das immer total gerne. Sollte auch ein Teil unseres Geschäfts natürlich. Aber dann kommt man da hin und dann wundert man sich, auf welchen, auf welchen Technologien die arbeiten und wie die organisiert sind. Ganz oft. Die sind nämlich so organisiert, wie man früher halt organisiert war, wie es auch im BWL Buch mal stand, so dass du eine Firma baust, du ein. Und dann haben wir einen Tag mit denen gearbeitet und dann haben wir die da mit offenen Augen und Mündern sitzen gelassen, weil die sich dann nur Ach du heiliger Strohsack, da können wir noch so viel Potenzial rausholen und das ist ja auch so lustig, weil jetzt kommt plötzlich das Thema Fachkräftemangel dazu. Die haben einfach so viel, aber das ist wie ein Gartenschlauch. Da sind überall Löcher, da spritzt überall das Wasser raus. Und deswegen brauchen die einen zweiten Schlauch. Nein, die brauchen dann keinen zweiten Schlauch. Die müssen einfach ein paar Löcher flicken, damit sie mehr Druck kriegen.

Host (David C. Luna) 00:43:19 Das ist eigentlich ähnlich. Jetzt hat Three Huß die Vier-Tage-Woche auch eingeführt und die behaupten, dass sie im Fachkräftemangel mit Google und Co konkurrieren können. Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht mit der Einführung?

Guest (Lasse Rheingans) 00:43:31 Also auf jeden Fall kriegen wir jede Menge Bewerbungen, weil jeder naja, es werden halt wie gesagt Bedürfnisse geweckt. Es hat keiner heutzutage Zeit, jeder hat immer Stress, sondern es liegt daran, weil jeder hat einfach mehr zu tun und kommt halt nicht mehr hinterher. Und deswegen ist dieser dieser 5 Stunden Tag für ganz viele Menschen ein Reiz. Das heißt, es gibt jede Menge Bewerbung. Ich kann hier ganz schnell wachsen, wenn ich wachsen wollte. Mir geht's gar nicht mehr so ums Wachsen. Warum also viele Leute? Auch da finden das Thema Wachstum total wichtig im Kapitalismus. Man muss immer höher, schneller, weiter. Und ich stelle mir die Frage Ja, warum eigentlich? Warum muss man das tun? Das muss man nämlich gar nicht tun. Davids ich hab das schon hinter mir. Dieses Wachstums Thema. Wenn man irgendwie die Agentur aufbaut. Zehn Jahre lang. Und man wächst immer weiter. Ich. Mir ist auch. Bewusst geworden. Zwischendurch. Okay. Ich hab jetzt. Mehr Mitarbeiter. Mehr Stress. Auch mehr Kunden. Mehr Projekte. Auch mehr Druck. Deswegen aber geht es mir damit jetzt besser. Werde ich. Also bin ich glücklicher. Bin ich gesünder? Hab ich weniger Stress? Kann ich besser schlafen? Bin ich reicher? Also Frage weiß ich nicht. Ich glaube, ich kann das meiste davon mit Nein beantworten. Und deswegen ist es nicht immer zwangsläufig notwendig, immer zu wachsen. Man kann auch einfach mal vielleicht innehalten und vielleicht einmal besser werden. Gesünder und glücklicher werden.

Host (David C. Luna) 00:44:36 Das ist hilfreich. Ja, oft legt man halt dadurch schlafende Hunde, also Alan Watts, sondern ein bekannter Philosoph. Er hat mal das Beispiel genannt mit einem Manager, der gesagt hat Jetzt brauche ich ein Helikopter. Ich habe so viele Termine. Und dann sagte er darauf Bloß nicht, weil dann erwartet man von dir, dass du dann noch mehr Termine abwickeln kannst, weil du jetzt einen Hubschrauber hast. So ein bisschen nach. Nach dem Motto Jetzt mehr Wachstum und dann wird noch mehr Wachstum erwartet hätte nicht Wachstum des Wachstums willen. Und dann völlig zu Recht die Frage stellen Warum wollen wir wachsen? Also was? Was ist der Sinn dahinter? Eigentlich nur um zu wachsen, nur um die Shareholder zu befriedigen. Aber was ist, was ist unser Anteil an der Gesellschaft? Ich glaube, das wird einfach zu zu wenig gestellt. Und es gibt auch Studien, die belegen, dass Unternehmen, die sich wirklich diese Sinnfrage stellen, also nicht nur schauen Wie schaffe ich es, den Shareholder Value zu steigern, sondern wirklich langfristig denken. Was ist der Beitrag zur Gesellschaft, dass die deutlich erfolgreicher sind? Ganz witzig eigentlich, ja.

Guest (Lasse Rheingans) 00:45:33 Und ich finde das grundsätzlich total gut, dass das jetzt anfängt. Diese Purpose, die Sinnstifter, die Sinnsuche in Unternehmen. Auch mit Simon Hoheneck, der den Golden Zirkel mit Watteau in Wien. Oder andersherum Why howell word, wie man sein persönliches Wozu eigentlich oder warum findet. Auch als Firma. Und es wird auch immer für die neuen Generationen von Arbeitnehmern immer notwendiger. Dass eine Firma den das erklärt, finde ich auch gut.

Host (David C. Luna) 00:45:58 Das du ja auch eine Zunahme an Bewerbungen. Angesprochen gab's da auch so ein paar negative Beispiele, wo ganz bewusst Leute drauf bewerben. Mein UIs muss ich ja weniger arbeiten, kriegt aber das gleiche Geld.

Guest (Lasse Rheingans) 00:46:07 Ja, es gibt genau zwei Typen von Bewerbern Es gibt die, die sich hier bewerben, weil die dahinter die dahinterliegende Philosophie nachvollziehen können und es als richtig erachten, denen es aber eigentlich gar nicht um 5 Stunden geht. Die finden das nur richtig, wie ich das angehe. Und es gibt die, die, denen es völlig egal ist, die einfach nur wenig arbeiten wollen. Das ist so mal ganz simpel gesprochen. Es gibt wirklich Leute haben sich hier beworben, die nichts mit unserer Branche und nichts mit uns zu tun haben. Die haben einfach nur eigentlich so zwischen den Zeilen gesagt Ich habe kein Bock zu arbeiten bei euch muss ich da weniger, muss ich mich weniger rechtfertigen, weil ihr Arbeit ja schon ein wenig und ist wirklich verrückt. Was ist da für Stilblüten? Gibt? Teilweise ja.

Host (David C. Luna) 00:46:44 Es gibt natürlich auch Unternehmensseite ein paar negative Beispiele und ich hatte ein Schlüsselerlebnis zu Studienzeiten und wollte wissen, ob die Discounter wirklich so einen schlechten Ruf haben wie in der Presse in der propagiert und hat mich dann einfach auf mehrere Stellen bei den Discountern beworben, als ich die Studenten mit hohen Einstiegsgehälter und Firmen geködert haben und wurde dann tatsächlich auch eingeladen hat. Ein Gespräch vom Geschäftsführer, der mich dann zum Abschluss gefragt hatte, ob ich denn bereit wäre, meine Mitarbeiter zu überwachen bzw. deren Taschen zu überprüfen. Und dann hab ich ganz tief in die Augen geblickt. Meinte so Nein, warum stelle ich den Mitarbeiter ein, wenn ich ihnen nicht vertraue? Das scheint ja schon bei der Einstellung immer schief zu laufen. Und dann hat er mich ganz lange angeschaut und da wusste ich schnarche. Hier bin ich durch. Aber hier wollte ich nicht arbeiten. Von daher war es kein Verlust. Aber das sind dann so Beispiele, wo man sich dann echt fragt Warum bzw. was denken sich die Unternehmen, welche Mitarbeiter sie dann anziehen wollen, wenn es denn so einen Fachkräftemangel gibt, wird dadurch sicherlich nicht besser. Ich persönlich bin der Meinung, dass es kein Fachkräftemangel gibt. Den gibt's nur in der Politik. Aber das nur nebenbei.

Guest (Lasse Rheingans) 00:47:49 Absolut. Zu dem Helikopter Beispiel Es gibt's auch eine Anekdote von Heinrich Böll Die Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral. Das ist das bekannt mit dem Fischerboot im Hafen. Und wenn Sie hier jetzt noch mehrere Fischerboote hätten, dann könnten Sie noch mehr fangen und dann haben Sie eine Fischfabrik und dann geht es immer so weiter und am Ende können Sie auf Ihrem Boot liegen und Mittagsschlaf halten. Ja, mache ich doch. Also es ist eine sehr, sehr schöne Geschichte. Und genau das ist diese, dieses, dieses Wachstum. Dieser Wachstumswahn ist irgendwie auch teilweise nicht zu bedenken, nicht zu rechtfertigen. Und da kommen wir wieder jetzt zu dem einzelnen und dem persönlichen Reifegrad und dem Wachstum selbst. Also mit der Entwicklung. Jeder Einzelne muss diese Entwicklung durchlaufen. Ich glaube, ganz oft sind so simple, so simple Antworten oder eben so Machtspielchen oder eben dieses, diese Unsicherheiten. Die rühren daher, dass man da selber halt schnelle Antworten braucht, weil man nicht sicher ist, wie die wie eine sinnvollere Antwort vielleicht sein könnte. Oder weil man meint, dass die Gesellschaft das so fordert, dass der Markt das erfordert. Der Markt fordert Ich muss wachsen. Feld Ist es nicht so? Ich glaube, da muss halt jeder mal selber hinterfragen, was wir glaubenssätzen, man sozialisiert wurde und wie man aufgewachsen ist, warum man das eigentlich so glaubt.

Host (David C. Luna) 00:48:54 So, jetzt hat der CEO Carson von Treehouse. Er hat ja diese 4 Tage Woche eingeführt, die ich kurz erwähnt hatte. Und er hat jetzt, drei Jahre später gesagt, es hat die Arbeitsmoral der Firma ruiniert. Er hält immer noch nicht viel von der 40-Stunden-Woche. Nun arbeitet der 60-Stunden-Woche. Also ich finde es erst einmal sehr respektabel, dass er hier so eine Wendung gemacht hat und das dann auch öffentlich zugibt. Jetzt gibt's sicherlich Firmen, die sagen Ihr seid relativ klein mit 20 Mitarbeitern. Ja, das lässt sich sicherlich in Agentur oder im Startup dann lösen. Aber bei uns funktioniert das nicht. Was ist deine Meinung dazu? Gerade dieses prägnante Beispiel mit Three Huß, die jetzt wieder zurückgegangen sind und gemeint haben Ja, die Arbeitsmoral ist komplett ruiniert worden. Und den Kritikern, die sagen Ja, das mag ja im Kleinen, funktioniert aber bei uns nicht.

Guest (Lasse Rheingans) 00:49:40 Also ich merke auch bei einem Unternehmen in unserer kleinen Größe, dass es eine ganze, eine große Herausforderung ist, ständig hinterher zu sein. Weil es ist ein konstanter Change-Prozess, der konstant Kraft und Energie und Einsatz erfordert. Von mir, von allen Kollegen. Und ich kann mir vorstellen, dass das irgendwann auch viel wird. Das ist wirklich auch, dass es leichter wäre, einfach in alte Muster zurückzufallen und dann vielleicht, vielleicht diese 40 prozent Effektivität Steigerung wieder zu verteilen. Das ist einfach der Waibel, weil es eine Anstrengung ist. Ich glaube einfach und das zeigt sich in so vielen Studien, dass so eine 40-Stunden-Woche für Arbeit nicht das sinnvolle Modell ist. Deswegen bin ich bereit, diese Energie aufzubringen und mein Team ist es auch noch. Und ich glaube, in so großen Unternehmen am Ende. Worum geht's denn da? Ich glaube, seit Wirtschaftswunder bis 70er Jahre. Vielleicht ging es viel um repetitive Arbeiten. Und seitdem geht es immer weniger um repetitive Arbeiten. Da kann man sich die Produktivitätssteigerungen seit den 70ern angucken. Dieses immens. Also jedes Jahr noch mehr. Und wie haben wir das geschafft? Ja, durch ganz viel Digitalisierung, durch Automatisierung und durch andere Prozesse und bessere Prozesse. Ich glaube am Ende aber immer durch ganz viel kreative Arbeit und Lösungen und Optimierung. Vorschlägen. Und ich glaube, wir sind jetzt an der Stelle auch bei großen Unternehmen, wo repetitive Jobs weniger werden und wo kleinere Teams zusammenarbeiten. Und nicht mehr alle 2000 Leute machen das Gleiche und sind ebenso austauschbar. Früher waren und sind eine Ressource, in der Personal mit Personal Nummer, und ich glaube, das wird auch diese Aufgabe, die haben auch Großunternehmen und da muss auch der Wandel stattfinden. Und zwar lieber er als später, weil man damit auch eine ganze Menge Innovationspotenzial freilegt.

Host (David C. Luna) 00:51:22 Glaubst du, dass dieses Arbeits Konzept für jedes Unternehmen funktioniert? Oder gibt jetzt irgendwie Beispiele, die du konkret nennen kannst, wo es einfach nicht funktioniert hat?

Guest (Lasse Rheingans) 00:51:31 Es gibt ja immer dieses Beispiel, was sofort herangezogen wird, da aus Schweden oder auch aus Göteborg, da glaube ich war es in einem Pflegeheim, das dann wieder eigentlch dann haben wir zu teuer war, weil die mehr Personal einstellen mussten. Und ja, ich glaube da auch Pflege ist immer so ein Beispiel, wo sich Menschen auch reiben, weil das einfach eine Sache ist. Natürlich muss für einen Menschen, der pflegebedürftig ist, ein Pfleger zu der Zeit, wo Pflege notwendig ist, da sein. Das ist völlig klar. Das kann man auch nicht ersetzen. Aber da muss einfach ein Mensch ein Mensch pflegen. Aber jetzt habe ich mit einem Krankenhaus telefoniert, mit 10000 Mitarbeitern. Die haben diese. Ich mag das Wort nicht, weil diese knappe Ressource Pflegefachkraft haben von denen, die eh zu wenig haben. Ich weiß nicht, was die aktuellen Zahlen sind. Letztes Jahr waren es irgendwie 45 000 Pfleger, die fehlen. Wahrscheinlich sind es 100 000, die fehlen. Und wenn man sich, ja, wenn man sich jetzt die den demografischen Wandel anguckt und sieht, wie die Altersstruktur aussieht. In 10 Jahren haben wir 10 Millionen Babyboomer, die in Rente gehen. Und es ist einfach Wir sind eine überalterte Gesellschaft und wir werden also dementsprechend mehr Pflege brauchen und haben immer weniger Pflegefachkräfte. Und dieses Krankenhaus hat auf jeden Fall eine. Also nicht nur eine. Aber die haben in den Wochenplan Leute eingeteilt, um Medikamente zu sortieren. Das heißt, es sind auch da so viel Potenziale zu heben, weil einfach Menschen aufgrund von Unwissen so blödsinnige Arbeit machen müssen, wo es vielleicht wirklich günstige Maschinen gibt, die das rund um die Uhr fehlerfrei machen. Und da werden einfach so Talente an den falschen Stellen eingesetzt. Und deswegen glaube ich, wir sind heute in einem Zeitalter, wo jeder einzelne Job da draußen auf dem absoluten Prüfstand steht und wo ganz viel Wandel stattfindet. Und deswegen glaube ich, es gibt erst einmal per se jetzt nicht die Parade Branche wurden fünf Stunden Tag nicht funktioniert. Ich glaube, das ist in allen Branchen, also in allen Branchen und ihr Jobs ist es möglich, anders zu arbeiten. Wie das genau aussieht, muss man gucken. Aber so wie es bisher aussah, wird es nicht mehr in fünf Jahren aussehen. Davon bin ich überzeugt.

Host (David C. Luna) 00:53:24 Ja, da kommen wir zurück zum. Es gibt kein Patentrezept, das für alle funktioniert. Jetzt gibt's sicherlich auch Menschen, die behaupten Ja, bei euch hatte die 25 Stunden-Woche nur funktioniert, weil eure Mitarbeiter vorher schlecht gearbeitet haben. Es da auch schon in dieser Richtung Feedback?

Guest (Lasse Rheingans) 00:53:39 Ja, als ich die eingeführt habe. Kurz davor habe ich noch mit Arbeitsrechtler gesprochen. Und die Juristen haben auch gefragt, ob das eine perfide Methode ist, die Leute loszuwerden, weil die ja offensichtlich vorher die Arbeit verweigert haben. Das fand ich wirklich interessant, vor allem in solche Richtung zu denken. Ja, das tut mir auch leid. Hab ich auch. Da hab ich. Ich hab mein Mitleid durchaus geäußert, dass man wirklich so schlecht von Menschen denkt. Aber ja, es gibt da auch immer wieder so Aussagen über die über die Auslastung, dass kein erwarten, nix zu tun. Da kann es auch null Stunden arbeiten. Ja. Also im ersten Jahr, trotz Übername, Strategiewechsel, neuer Marke und Einstellung von sechs neuen Leuten haben wir Profit gemacht. Also das war jetzt nicht so schlecht, dass es halt irgendwelche irgendwelche Geschichten erzählt. Immer irgendjemand. Nein, das ist ganz klar. Ich verstehe auch gar nicht, warum diese Haltung so da draußen existiert. Warum kommt jemand? Also ich hab das ja gar nicht geplant damit irgend so eine Presse Welle zu machen und auch nicht geplant und damit Leute einzustellen. Ich hab das einfach gemacht, weil ich davon überzeugt bin, dass man anders arbeiten muss und habe es versucht und es hat funktioniert. Und ich verstehe bis heute nicht und das passiert aber heute auch noch so.. Wie viel böse Kommentare ich mir da anhören darf, weil ich mir ja, das kann man ja doof finden, aber vielleicht versucht man es erst einmal, bevor man irgendeinen Quatsch erzählt, der halt nichts mit der Wahrheit zu tun hat. Hey, hey, hey, das Görner hält. Genau so sieht's aus. Und wie gehst du mit der Kritik um, dass du deine Mitarbeiter jetzt für den normalen Arbeitsmarkt komplett versaut hast? Kannst du das selbst noch vor dir vertreten oder wie gehst du damit um? Ach, ich habe ja, ich glaube, erst einmal war das ja gar nicht ich daran schuld. The Messenger. Ich glaube, das ist eine Entwicklung. Die sieht man ja jetzt auch mit der in Finnland, wo die Regierung vermeintlich das war ja gar nicht so am Ende gesagt hat hier. Wir brauchen jetzt 4 Tage, Woche und 6 Stunden Tage für alle oder auch in Neuseeland mit der Vier-Tage-Woche oder auch Microsoft. Das ist eine Bewegung, die passiert. Warum? Weil sie total sinnvoll ist. Das heißt, es bin nicht immer unbedingt ich. Ich hab dann durch Zufall eben diese Presse Welle angestoßen. Ja, aber ich glaube am Ende ist es doch so sieht man ja auch schon mit dem mit der Generation Briefing an, also Jahrgang 80 und danach und dann mit der Generation SEZ, also die noch jüngeren, die mit ganz anderen Anforderungen und Erwartungshaltung Unternehmen kommen. Und wenn das Unternehmen halt doof ist, dann gehen ja weiter und mit den ganzen Portalen wie kununu et cetera, die das bewerten und transparent machen und offenbaren, wie schlecht es so manche Arbeitskultur in den Unternehmen bestellt ist. Und das heißt ja, liebe Freunde da draußen, liebe Unternehmer, Kollegen, seht mal zu, dass ihr euch mal endlich wandelt und den alten Mist, den er da den ganzen Tag verzapft und die Faxgeräte aus dem Fenster schmeißt und mal einfach komplett auf eine andere. Andere Führung, anders miteinander, Augenhöhe et cetera und Technologie um sattelt, damit wir irgendwie noch eine Chance hat, in fünf Jahren am Markt zu bleiben.

Host (David C. Luna) 00:56:15 Jetzt werde es doch genügend Beispiele von Unternehmen und entsprechenden Studien zu den positiven Auswirkungen sowie massiven Produktivitätssteigerungen einer Stadt kürzten Woche gibt. Warum führen sie dann nicht mehr Unternehmen ein? Woran liegt das deiner Meinung nach? Warum so wenige Unternehmen? Gibt die diese verkürzte Arbeitswoche? Egal wie dieses Modell aussieht, ob das dann 25 oder 30-Stunden-Woche einführen und danach versuchen, es ist mir ein Rätsel.

Guest (Lasse Rheingans) 00:56:41 Also das es tatsächlich die New York Times soll übrigens geschrieben. Das war nämlich ein Artikel von Kelly Newport, dem Autor von Deep Work, wo ich wirklich sehr naja, falsch. Ich war schon. Ich fühlte mich sehr geehrt. Der hat getitelt oder der hat gesagt, nicht das, was er Rheinlands macht, also radikal, sondern eigentlich so radikal, dass es nicht viel mehr machen, weil es nicht zu verantworten ist, das nicht zu tun. Wir müssen experimentieren. Wir müssen gucken, wie wir damit umgehen. Und nur durch Experimente kommen wir weiter. Und er hat gesagt Es kann doch nicht wahr sein, dass es doch so wenig Leute machen. Und ich verstehe es auch nicht. Also es ist für mich absolut unerklärlich, weil egal welche Studie man anguckt, alle sagen, so arbeiten wie jetzt macht überhaupt keinen Sinn. Es ist mir ein Rätsel. Deswegen die Frage Ja, ich kann auch nur sagen, ich habe keine Ahnung. Was ist denn da los da draußen? Frage hab ich mir dann auch gestellt. Und warum findest du nicht mehr Leute? Weil es so viele Belege dafür gibt. Ich hab heute mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung telefoniert und auch da wo steht das macht mich schon fast wütend. Das macht mich wirklich wütend. Wie doof seid ihr denn da draußen? Vor allem jetzt gerade wenn so eine Wirtschaftskrise anklopft oder wenn man so mittendrin ist. Oder wenn man sieht, wie es der Autoindustrie geht und auch mit was für einer Moral die da arbeiten will, welche, welchem, welche moralischen Grundsätze da offenbart werden ist.

Guest (Lasse Rheingans) 00:57:49 Es ist für mich also ich werde schon teilweise wütend, weil ich mir denke Habt ihr alle noch den Schuss überhaupt nicht gehört? Und was habt ihr denn da für eine Haltung euren Kunden gegenüber? Nehmen wir mal dieses so ein Dieselskandal, lieber Kunde hier ich fahre ich euch mit diesem Auto. Kauft es! Oh, ich hab euch verarscht. Ich mache es nie wieder. Und dann verarsche ich euch nochmal und ne Verantwortung übernehme ich dafür nicht. Und dann sagt die Bundesregierung Ja, ihr müsst doch nicht ins Gefängnis. Ihr seid ja die große Autoindustrie. Und dann ja, der Steuerzahler muss bitte dafür bezahlen, dass ich jeden verarscht hab, weil der muss den Schaden für uns und blablabla. Und ach guck mal, dieses Jahr haben wir eine Rekordergebnisse, wo ich mir denke sag mal ihr müsst alle im Knast. Sofort das ich. Ich finde es katastrophal, was da teilweise draußen für Verblühten passieren und ich kann es auch nicht nachvollziehen, warum dann nicht mehr Menschen so ein bisschen sich offener und Bezug nehmen.

Host (David C. Luna) 00:58:33 Also hör mal, Einstein hat ja dieses berühmte Zitat gehabt. Der Begriff oder die Definition von Verrücktheit oder in sanitaire ist ja immer das gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Genau.

Guest (Lasse Rheingans) 00:58:43 Ja und draußen ändert sich alles. Eigentlich nur draußen. Die Bedingungen in der Wirtschaft ändern sich jeden Tag. Und wir wollen mit den gleichen Fragen andere Antworten haben.

Host (David C. Luna) 00:58:52 Wie sieht es jetzt eigentlich bei euch bezüglich der Flexibilität aus bzw. wie flexibel seid ihr denn noch? Weil wenn ihr natürlich so durchgetaktet Zeit und habt deutlich weniger Arbeit, seid ihr vielleicht lean, aber vielleicht nicht mehr flexibel, um auf besondere Ereignisse zu reagieren.

Guest (Lasse Rheingans) 00:59:07 Ich glaube, erst einmal haben wir natürlich, wir sind extrem durchgeplant. Das stimmt. Aber wenn unvorhergesehene Dinge passieren abseits von Projekt, haben wir auch wesentlich mehr Puffer, damit umzugehen. Das heißt, die Bereitschaft von Kollegen, mal einzuspringen, weil irgendwo beim Kunden was brennt, ist immens hoch, weil keiner sagt Ne, lieber Kunde, ich hab jetzt keine Lust, ist jetzt 13 Uhr niemand. Und zwar nie, sondern, sagt er, ich bin auf jeden Fall dabei, weil ich bin auch ausgeruht und glücklich und kann auch morgen meinen Keller aufräumen, um bei diesem Beispiel zu bleiben. Ja, diese Flexibilität, die muss nicht am gleichen Tag passieren. Das werde ich auch gefragt. Herein. Was ist denn, wenn um 17 Uhr irgendwas passiert? Und dann ist die Gegenfrage Was wäre denn bei einer normalen Agentur normal in Anführungszeichen, die bis 18 Uhr arbeitet? Was passiert um 17 Uhr? Meinen Sie, da ist dann noch jemand, der motiviert ist und qualitativ hochwertige Arbeit leisten kann, nachdem er schon 8, 9, 10 Stunden gearbeitet hat? Ich glaube nicht. Ich glaube also, das Problem ist das gleiche, egal ob wir 8, 10, 12 oder 4 Stunden arbeiten. Das heißt nur, wie sieht denn die mögliche Antwort darauf aus? Ich glaube, bei uns ist bisher immer so gewesen, wenn ich jetzt die letzten zwei Jahre betrachte. Es gab keinen Tag, wo irgendein Kunde, der ein Problem hatte, sich nicht darauf verlassen konnte, dass wir das für den lösen und zwar auf jeden Fall wieder zusammen. Das passiert gar nicht so oft, weil unsere Projekte halt meistens geplant sind und sehr gut strukturiert sind und da auch teilweise Dinge gemacht werden. Die sind naja, natürlich einfach Puffer eingeplant, falls etwas nicht so wie erwartet gemacht werden kann. Das ist normal. Das ist alles andere wäre unseriös. Aber wenn irgendwo bei einem Kunden von uns was brennt, dann sind wir da. Und dann rufe ich auch Kollegen auf dem Handy an und sagen Ja klar bin ich da. Ich mache das genau jetzt.

Host (David C. Luna) 01:00:35 Wenn jetzt einige Firmenvertreter sagen Okay, wir hätten jetzt Tony Feuerwehrautos und jetzt quasi Nachahmer werden wollen. Was würdest du ihnen raten? Wo und wie sollen sie anfangen und worauf sollten sie vielleicht achten?

Guest (Lasse Rheingans) 01:00:47 Also ich glaube, es gibt ganz viele Methoden, die da draußen schon lange auch in der Praxis erprobt werden. Erst mal wo steht man eigentlich? Sondern einfach diese Frage von Siemens hinweg Was ist, warum machen wir das hier eigentlich alles? Eine Division also, was eigentlich eine Marke für sich klar haben sollte, was aber ganz viele überhaupt nicht klar haben, sondern nur irgendwo Werte, die vor Toilette hängen. Sozusagen erstmal eine Positionsbestimmung. Was ist der Status Quo? Wie arbeiten wir? Was ist, was ist auch die Sichtweise der Kollegen? Also einfach mal eine Mitarbeiter Umfrage dieses banale Instrument ich glaub es hat jeder im Studium gemacht. Macht mal eine Umfrage und guckt mal, was hier gewünscht ist oder was eigentlich so anonym vielleicht für Missstände offenbart werden, um dann zu gucken Okay, wo sind wir denn eigentlich? Also sind wir auf dem Wo stehen wir jetzt und wo wollen wir eigentlich hin? Und ich frage auch persönlich von inhabergeführten Unternehmen Was will der Inhaber ich damit verdienen? Kommt vielleicht raus. Ich habe die falschen Leute dafür. Nein, ich will möchte keine Landmine mehr bauen. Ich möchte jetzt Gemüsegarten Equipment verkaufen. Das kann ja sein. Weil es gibt auch ganz viele Menschen, die in siebter Generation Firmen übernommen haben. Und das ist für den Riesenland da. Die wollen das nämlich alles gar nicht mehr. Ja, man kann das doch ändern, dann ändert das doch mal einfach. Ist natürlich viel leichter gesagt als getan. Aber das hab ich auch oft gehört. Beim Achtstundentag und fünften Tag. Ja, man kann das durchaus mal probieren. Eckhard Lusaka in Wien Ollowain hat Nelson Mandela gesagt. Ich glaube, sich Experten holen, die mit einer anderen Brille drauf gucken, hilft immer mich durch andere da draußen. Es gibt so viele gute Leute, die ganz anders mit über Arbeit nachdenken und Impulse setzen können. Und davon ist noch keiner dümmer geworden. Sich Leute ins Boot zu holen, die können mein Buch lesen. Natürlich. Ich glaube, erst einmal neugierig mit einer gewissen Haltung daran gehen und erst einmal wertschätzend im Kollegenkreis gucken, wovon wir eigentlich und warum wollen wir das? Und auch jeder für sich so und dann auch eine Bereitschaft mitbringen, dass es auch weh tun kann. Es wird weh tun. Es ist ein echter Einsatz und es ist ein Veränderungsprozess. Kriegt man alles nicht geschenkt. Aber es ist auf jeden Fall übel notwendig.

Host (David C. Luna) 01:02:38 Wenn jetzt einige die 25 Stunden-Woche z.B. bei sich testweise einführen möchten und merken, das funktioniert nicht so gut, wie wir uns das vorgestellt haben. Wie vermeidet man die Diskussion, dass das schlechthin als Grund dafür angeführt wird, wenn etwas nicht funktioniert, obwohl das vielleicht gar nichts damit zu tun hat?

Guest (Lasse Rheingans) 01:02:54 Wir neigen gerne dazu, gute Fragen mit leichten Antworten zu abzuwerten, was man sagen. Also ich habe auch in meinem Buch habe ich auch beschrieben, wie uns im Sommer 2018 zwei Aufträge weggebrochen sind und das hier wirklich eine finanzielle Krise ausgelöst hat. Also wir waren ein junges Unternehmen und wenn man zwei große Aufträge verliert, dann ist das blöd. Und dann hab ich mich wirklich wochenlang mit der Frage beschäftigt Ist der 5 Stunden Tag schuld daran oder hat das jetzt? Ist das eine Grundlage für die Situation in der wir sind? Und am Ende kam aber auf jeden Fall immer klar raus Nein, ist es nicht. Es ist nicht die Grundlage, also es ist nicht der Grund dafür. Da muss man einfach wirklich sich davor hüten, halt schnelle Antworten finden zu müssen. So weil man kann nicht alles. Das ist sehr komplex, alles ist da, man kann nicht alles so simpel beantworten. Natürlich hat das vielleicht damit was zu tun, aber wir haben die Probleme anders gelöst und das ist einfach eine Sache. Ich glaube, man braucht ein bisschen Ausdauer, man braucht wirklich Offenheit. Man braucht vielleicht ja auch externe Berater, die auch da wirklich dann sich selbst davor beschützt oder sich davor beschützen, dass man so schnell eine simple Antwort nutzt, nur weil die die nächstgelegene ist. Ein schönes Schlusswort.

Host (David C. Luna) 01:03:59 Wenn jetzt die Zuhörer mehr von dir erfahren möchten, wo sollen sie hingehen? Wie können sie dich kontaktieren?

Guest (Lasse Rheingans) 01:04:05 Am liebsten per E-Mail. Denn alle sozialen Ich bin über linkt Xing Email hier im Büro anrufen. Wir beißen nicht und dann findet man findet man da Termine.

Host (David C. Luna) 01:04:15 Das werde ich dann auch in den Shownotes mit verlinken. Und ich danke dir auf jeden Fall ganz herzlich für deine Zeit. Ich weiß, du bist sehr sehr beschäftigt. Haunted Dir nochmal für das Gespräch und vor allem auch die super spannenden Insights sehr gerne. Vielen Dank! Schön, dass du da warst. Vielen Dank!

Guest (Lasse Rheingans) 01:04:28 So wie zu Anfang angekündigt, versuchen wir nochmal das ganze Interview zu reflektieren. Dabei lasse ich natürlich meine Gedanken und Erfahrungen mit einfließen. Haben jetzt natürlich erfahren, dass eine stark verkürze Arbeitszeit nicht Neues. Bereits vor 41 Jahren hat ein französischer Arzt und Autor namens Paul Lafarge den Grundgedanken einer stark verkürzten Arbeitszeit in seinem Buch Das Recht auf Faulheit festgehalten. Aber bereits 1910 verkürzte z.B. Henry Ford die Wochenarbeitszeit seiner Fabrik auf 40 Stunden und hat dementsprechend auch die Vorteile neuartiger Montage Linien genutzt, die die Produktivität seiner Mitarbeiter gesteigert haben. Und das Internet und andere Technologien, die wir wissen, haben die Produktivität nur noch weiter gesteigert. Aber dennoch sind die Löhne und Gehälter nicht oder kaum gestiegen und die Stunden sind gleich geblieben. Wenn wir das jetzt mal vergleichen Anfang 1913 betrug die Arbeitszeit für die Produktion eines Model Teams etwa zwölfeinhalb Stunden bis 1910. Nachdem dann Ford das Fließband eingeführt hat, fiel an diese Arbeitszeit auf 93 Minuten. 100 Jahre später hat Stefan Oster erstmalig in seiner Firma in den USA die 25 Stundenwoche bei sich eingeführt und berichtete dann auch über Produktivitätssteigerung von 40 prozent. Und woran mich das ganze Interview ganz stark erinnert hat, waren die Parkin schon Gesetze, die bereits in den 1950er veröffentlicht wurden, also schon vor gut 70 Jahren. Viele kennen das. Praktisch ist ein Gesetz zum Bürokratie Wachstum, das ich übrigens auch im Interview kurz zitiert hatte. Das heißt, Arbeit dehnt sich genau in dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht. Weitere Gesetze, die mir immer wieder ins Gedächtnis kamen und die natürlich in vielen Büros dieser Welt natürlich immer noch Gültigkeit haben, war zum Beispiel das Gesetz der Trivialität. Die auf einen Tagesordnungspunkt verwendete Zeit ist umgekehrt. Optional zu niedrigen Kosten. Das kann glaub ich auch jeder bestätigen, aber dann natürlich auch das Trägheit US-Gesetz Verzögerung ist die tödlichste Form der Verweigerung erleben ja auch häufig mit Reichs Bedenkenträger in Firmen und dann natürlich das Gesetz vom Vakuum als Verallgemeinerung des ursprünglichen Gesetzes. Die durch menschliches Versagen entstandene Leere wird stets durch neue Tätigkeit wieder aufgefüllt und Trägheit benötigt eben seine Zeit. Diese Gesetze erklären auch vielleicht, warum wir meinen, eine 8 Stunden Tag statt einen 5 Stunden Tag zu benötigen. Aber abseits dieser Gesetze sind meines Erachtens noch andere Aspekte viel wichtiger. A Ich wette, ein paar nennen. Das erste ist weniger Stunden schaffen. Eine gewisse Knappheit ist erst mal offensichtlich. Diese verkürzte Zeit erzeugt natürlich eine erhöhte Produktivität und ein fünfstündigen Arbeitstag hat quasi ein eingebautes Zeitmanagement, indem es die Mitarbeiter zwingt, die produktiven Aufgaben zu priorisieren und sich darauf zu fokussieren. Als ich noch angestellt war, bin ich regelmäßig spät ins Büro gekommen, habe meine Aufgaben ohne viel Schnickschnack erledigt und bin dann relativ früh gegangen. Also manchmal mit verhaltenen Blicken von den Kollegen. Aber es hat nicht nur funktioniert, sondern ich habe meine Ziele immer übererfüllt. Und ich bin sicherlich kein Einstein. Und das wohl offensichtlichste Beispiel, um das nochmal zu untermauern, sind Mütter, die halbtags arbeiten, jedoch oft deutlich produktiver sind als so mancher Vollzeitbeschäftigte. Ich saß vor 10 Jahren mit drei halbtags Müttern in einem Büro. Ein richtiger Hahn im Korb und habe das miterlebt, dass das auch für andere funktioniert. An dieser Stelle übrigens noch einen schönen Gruß an die Karolin und der zweite Punkt ist und das ist oft ein unterschätzter Vorteil eines stark verkürzten horizontales ist, dass dies die Schwächen im Unternehmen aufdeckt, transparent macht, die durch diese Arbeitsstunden dann oft verdeckt werden. Wenn ich Probleme einfach mit Mehrarbeit oder gar mit Geld lösen kann, werden diese Probleme nicht nachhaltig gelöst und dementsprechend auch verdeckt. Das sollte eigentlich jedem Arbeitgeber einleuchten. Weiterer Punkt Wenn die Arbeit zeitlich begrenzt ist, zwingt sie einen dazu, darüber nachzudenken, wie man z.B. etablierte Prozesse anpassen muss oder wie uns Technologie dabei helfen kann, Tätigkeiten zu erledigen, um den Output zu erhöhen. Ein Beispiel ist z.B. die Nutzung von Automatisierung im Lager können. Dann kann man z.B. die Verpacken für den Versand Zeit mithilfe von Software verkürzt werden. Oder im Kundenservice können uns zum Beispiel Eva Kuh Seiten mit häufig gestellten Fragen oder Video Tutorials helfen, den Kunden quasi eine Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Und die freie Zeit der Mitarbeiter hat natürlich auch für den Arbeitgeber zusätzliche Vorteile. Mitarbeiter widmen sich dann in ihrer Freizeit mit mit Leidenschaft ihren Hobbys und bilden sich dann freiwillig weiter, was wiederum häufig die Fähigkeiten dann erweitert. Zudem kommen dann auch selten die besten Ideen am Arbeitsplatz, sondern dann, wenn man entspannt ist und sich mit ganz anderen Themen befasst. Das hat er übrigens auch lasse kurz angesprochen und Leute, die den 5 Stunden Arbeitstag ganz ablehnen, halten diesen in der Regel für möglich, weil sie die Arbeit in Stunden und nicht in Leistung bzw. Ergebnissen messen. Aber dabei vergessen just jene Menschen, dass die meisten nervliche Worker oder zu deutsch Wissensarbeiter nicht nach Stunden bezahlt werden, sondern ein Festgehalt für ihre Leistungen beziehen. Fast so wie eine rekursive Rechtfertigung des Festgehalt auf Kundenbasis und den letzten Punkt, den ich erwähnen möchte. Heutzutage kann man natürlich viel mehr Möglichkeiten, deutlich produktiver zu sein, aber natürlich auch mehr Möglichkeiten, sich mit Katzenvideos massiv zu beschäftigen und Zeit zu verschwenden. Aus eigener Erfahrung kann ich z.B. auch bestätigen, dass Slack selbst ein Kleinunternehmen die E-Mail Flut massiv reduzieren kann. Aber auch hier wenn man nicht gegensteuert, also z.B. zu viele Post keine Regeln aufstellt, kann das natürlich auch zur Produktivitäts Falle werden. So, wir hatten in dem Podcast selbst natürlich ganz viele Studien angesprochen und wenn es der eine oder andere sagt ich finde die Idee super verkürzte Arbeitszeit. Ich möchte es meinem Chef, meinem Arbeitgeber im Betriebsrat irgendwie vortragen, aber ich brauche mehr Munition. Möchte ich natürlich auch die Studien hier kurz aufhören, weil wir haben sie häufig angesprochen. Aber haben die Ergebnisse nicht dargelegt. So, da wäre z.B. ein Versuch von Toyota in einem Werk von Göteborg in Schweden die 4ten einen 6 Stunden Tag ein. Und was ist passiert? Der Umsatz ist natürlich gestiegen. Und ganz nebenbei bekamen dann die Kunden deutlich mehr Leistung pro berechnete Stunde. Und in Schweden auch ganz interessant sahen die Politiker das de facto als Lohnerhöhung um 25 prozent. Angelehnt an den Versuch von Toyota wurde dann der 6 Stunden Tag als Pilotprojekt ebenfalls in der Stadt Göteborg von der Linkspartei in einem Altenheim getestet und ausgewertet. Dieser Versuch ist dann letztendlich auch gescheitert. Das, was da ganz kurz angesprochen hatte. Aber nichtsdestotrotz gab dann auch noch eine Studie der Universität Melbourne in 2016, die dann zu dem Schluss kam Wer mehr als 25 Stunden pro Woche arbeitet, bei dem besteht die Gefahr, dass seine kognitiven Fähigkeiten nachlassen. Das führt dann zu weniger guten Ideen, Unaufmerksamkeit, schlechtere Lernfähigkeit und wir sind weniger in der Lage zu argumentieren oder wenn wir es bösartig formulieren Wir werden dümmer. Und dann gab's natürlich die Tower Pedell Boards, wie ihr schon vor 5 Jahren den 5 Stunden Tag ein. Wir stiegen dann die Umsätze um 40 prozent. Und es gab dann noch Morton Henson, Professor an der University of Berkeley hat dann die Arbeitsweise von 5000 Manager bei 5 Jahren in 15 verschiedene Branchen untersucht und kam zum Schluss Smarte Arbeitnehmer arbeiten weniger, dafür konzentrierter und selektiver. Das Witzige dabei ist Er selbst war zu Beginn seiner. Karriere Berater bei BCG und hat hier 80 bis 90 Stunden pro Woche gearbeitet und wurde dann ziemlich schnell stutzig, als eine Kollegin, die war ungefähr gleich alt und gleich qualifiziert eine deutlich bessere Arbeitsqualität ablieferte als er selbst, ohne wirklich Überstunden zu machen. Er ist in den Untersuchen dann zum Schluss gekommen, dass Top Performer sich auf wenige Dinge fokussieren, diese aber hervorragend und mit viel Leidenschaft erledigen. Weitere Gründe für eine geringere Arbeitszeit sind, das lange Arbeitszeiten häufiger krank machen. Auch das hatte Lasse ganz kurz angesprochen. Mit dem Krankenstand heißt konkret verringert der Stress Werte, niedriger Blutdruck und weniger Krankheitstage. Das belegt übrigens auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Es wird natürlich auch zu mehr Kreativität. Selten kommen nämlich die besten Ideen am Arbeitsplatz, sondern dann, wenn man entspannt ist und sich mit ganz anderen Themen befasst. Übrigens das als Randnotiz. Bei Richtern z.B., die nicht zeitgebunden sind, gilt auch der Spaziergang im Wald als Arbeitszeit. Wenn diese z.B. einen schweren Fall bearbeiten, denken die auch nach et cetera. Und da kommen vielleicht auch die Durchbrüche hier. Und ein weiterer Grund für eine geringere Arbeitszeit ist natürlich eine verbesserte Organisation bei Unternehmen, die eine 21 Stunden-Woche oder ein ähnliches Modell einführen. Mit entsprechend verkürzter Arbeitszeit werden sehr schnell unproduktive Zeitfresser offensichtlich. Das heißt in der Regel Dinge wie unsägliche Meetings, ständige Unterbrechungen durch E-Mails, Anrufe und die werden dann oft als erstes gestrichen. Bei Wolfgang Grupp übrigens Geschäftsführer von Trigema. Der hat natürlich eine besonders klare Aussage und Meinung dazu. Er sagt Bei uns gibt es keine Besprechung. Bei uns wird entschieden Wer Wolfgang Grupp kennt, der weiß, dass er ein Mann der klaren Worte ist. Und einer der letzten Punkte ist natürlich eine erhöhte Produktivität. Dass kein Mensch, kein Mitarbeiter acht Stunden am Tag arbeiten kann, wissen wir. Und das belegt natürlich auch eine Studie der Stanford-Universität. Die belegt zwar, dass wir 8 Stunden körperlich anwesend sind, uns aber im Durchschnitt nur zweieinhalb Stunden davon wirklich konzentrieren können. Der Rest geht dann für Meetings, Pausen, Kaffeeklatsch und andere Unterbrechungen drauf. Mehr als 26 Stunden pro Woche seien in diesen Studien zufolge sogar Zeitverschwendung. So, das waren jetzt nur ein kleiner Auszug, wie viele Studien dazu gibt. Wie gesagt, ich hab's nochmal in Shownotes verlinkt.